DURCHBLICK
Nr. 169 - Februar 2014
Nachrichten nicht nur für die Delegierten der Senioren-Vertretung in der Stadtgemeinde
Bremen und des Seniorenbeirates der Seestadt Bremerhaven
Einrichtung von „Palliativen Liaisondiensten“ an
Kliniken empfohlen!
Im „Durchblick“ wurde schon öfters die palliativmedizinische Versorgung schwerstkranker, nicht
mehr heilbarer Menschen angesprochen. Ihr Hauptziel ist nicht mehr die Heilung, sondern die
medizinische und psychosoziale Begleitung der Patienten auf ihrem letzten Lebensabschnitt, damit
unter den gegebenen schwierigen Umständen ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität erhalten
bleibt und sie ihr Leben in Würde abschließen können. Die Berichterstattung über Palliativmedizin
begann im „Durchblick“ schon vor 5 Jahren mit einem Beitrag von Günter Friedrichs zur allgemeinen
Definition der Palliativmedizin in der Ausgabe Nr. 100 (Mai 2008, S.7-8).
Palliativmedizin ist eine relativ junge medizinische Disziplin. Sie findet entweder stationär oder
ambulant statt (vgl. „Durchblick“ 122, März 2010, S.5-6). Schon 2002 wurde in Bremen im Krankenhaus Links
der Weser eine Palliativstation eröffnet, aber die ambulante Palliativversorgung kam anschließend
nicht so recht in Gang, weil es immer wieder schwierig war, eine Einigung zwischen Leistungs- und
Kostenträger herzustellen. Deshalb beschäftigte sich in den letzten Jahren die Bremer
Seniorenvertretung im Wesentlichen mit der seit 2007 gesetzlich verankerten Spezialisierten
ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) und engagierte sich für deren Aufbau in Bremen. Die
SAPV ist inzwischen seit 2009 eingeführt, aber nun geht es um die Frage, welche Bettenzahl im Land
Bremen für eine ausreichende stationäre Palliativ- und Hospizversorgung vorgehalten werden soll,
damit Wartezeiten für eine Aufnahme der stationären Versorgung entfallen. Damit beschäftigte sich
auch die Bremische Bürgerschaft und forderte eine bedarfsgerechte Hospiz- und Palliativversorgung.
Hieraus ist 2012 der Runde Tisch Hospiz- und Palliativversorgung (RTHP) entstanden. Der RTHP
versucht, die gegenwärtige Versorgung, die damit verbundenen Probleme und den zukünftigen Bedarf
zu erfassen sowie Lösungswege zu finden, damit eine angemessene Palliativ- und Hospizversorgung
im Land Bremen gewährleistet werden kann.
In diesem Zusammenhang bildete nun das Thema „Palliativer Liaisondienst“ (PLD) einen
Schwerpunkt der 7. Sitzung des RTHP im Dezember 2013. Viele Seniorinnen/Senioren werden mit
dem Begriff nichts anfangen können, so dass es sinnvoll ist, dieses Hilfsangebot für schwerstkranke
Menschen zu erläutern.
In den früheren Sitzungen des RTHP wurde deutlich, dass schon aus finanziellen Gründen nicht in
allen Krankenhäusern eine spezielle Station eingerichtet werden kann, wo die palliativmedizinisch
bedürftigen Patienten mit Hilfe einfühlsamer Pflegekräfte und unter Einbeziehung von Angehörigen
ohne Schmerzen und in Würde ihre letzten Lebenstage verbringen. In Bremen verfügt das
Krankenhaus Links der Weser über eine solche Palliativstation, in Bremerhaven das St.-JosephHospital. Außerdem stehen in Bremen zwei stationäre Hospize zur Aufnahme todkranker Menschen
bereit. Über ein zusätzliches stationäres Hospiz in Bremerhaven wird noch verhandelt. Manche
Patienten können und möchten auch in den eigenen vier Wänden ambulant palliativmedizinisch
versorgt werden, nicht zuletzt wegen der SAPV.
Allerdings haben alle Krankenhäuser u.a. auch mit schwerstkranken Menschen zu tun, aber es
herrschen nicht überall Akzeptanz der Palliativmedizin, ausreichendes Fachwissen und die nötigen
Organisationsstrukturen. Bei jedem Fall muss gründlich erkundet werden, welcher Weg
palliativmedizinischer Versorgung angemessen ist. Dabei sind rein medizinische Aspekte, aber auch
die unterschiedlichen Wünsche der betroffenen Patienten, die Situation ihres privaten Umfelds und
die Möglichkeiten der Kliniken zu beachten. Um diese Aufgabe zu übernehmen, sind
palliativmedizinisch ausgebildete Fachkräfte erforderlich, in jedem Krankenhaus mindestens ein Team
aus einem Arzt und zwei Pflegekräften. Sie können durch ihre Arbeit dazu beitragen,
• dass palliativmedizinisches Denken und Handeln in den Kliniken verankert wird;
• dass in den Kliniken für alle Stationen ein dezentrales Angebot palliativmedizinischer Versorgung
(Fortsetzung auf Seite 2)
2
DURCHBLICK Nr. 169 – Februar 2014
(Fortsetzung von Seite 1)
besteht, bei dem sich die Kräfte des
Liaisondienstes mit Unterstützung des
Stationspersonals
um palliativmedizinische Fälle kümmern;
• dass auf diese Weise die Lebensqualität
der betroffenen Patienten durch frühzeitige
Einbindung multiprofessioneller Teams in
den klinischen Alltag auch ohne direkte
Aufnahme in eine Palliativstation erhöht
wird.
Der PLD bildet also neben der stationären und
ambulanten Behandlung eine weitere Säule
palliativmedizinischer Versorgung (vgl. Graphik
im Beitrag „Neue palliativmedizinische Versorgungskonzepte“ in: „Durchblick“ 122, März 2010, S.5-6). Er
ersetzt nicht die Arbeit der Palliativstationen,
der Hospize oder der SAPV, sondern ergänzt
sie und kann zu schnellerer und gezielterer
Hilfe führen, vor allem bei der psychosozialen
Begleitung Schwerstkranker. Er vermeidet
eher Unsicherheiten, überflüssige Aktionen
und damit für den Patienten oft überflüssiges
Leid und unnötige Belastungen, bewirkt vielleicht auch eine Kostensenkung. Er setzt sich
aus Elementen von Fallmanagement
und
Beratungsdienst zusammen und arbeitet unter
Einbeziehung aller unmittelbar Betroffenen und
notwendig Beteiligten im Vorfeld der Entscheidung über die Aufnahme stationärer oder
ambulanter palliativmedizinischer Versorgung.
Der PLD sollte ein Angebot aller Kliniken
werden, nicht nur ein besonderer Dienst im
Klinikum Links der Weser.
Gemeinsam mit der Universität Bremen,
hier mit dem Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, und mit der Helmut
und Ruth Märtens-Stiftung hat das KLdW ein
zweijähriges Modellprojekt „Liaisondienst“
durchgeführt und ausgewertet. Das Ergebnis
sprach für die Einrichtung eines solchen
Angebots und führte schon im Februar 2011 zu
einem Schreiben der damaligen Senatorin für
Gesundheit an die Krankenhäuser im Lande
Bremen mit der Bitte zu überprüfen, „ob im
Lichte der Evaluation des Modellprojekts eine
Implementierung von Liaisondiensten“ möglich
sei. Die Resonanz darauf blieb unbefriedigend.
Die bisherigen Diskussionen des RTHP
über den PLD, an denen Vertreter/-innen der
Leistungs- und der Kostenträger sowie der
Betroffenen beteiligt waren, also auch der
Bremer Seniorenvertretung, führten auf der
letzten Sitzung im Dezember 2013 nun zu dem
Ergebnis, dass der PLD ein sehr hilfreiches
und geeignetes Instrument palliativer Versorgung ist, das sowohl zu einer höheren Qualifikation und besseren Handlungs- und Empfeh-
lungsfähigkeit des medizinischen Personals
als auch zur Verbesserung der Situation der
Patienten und ihrer Angehörigen beiträgt.
Daraus resultiert die Empfehlung, an allen
Kliniken, insbesondere an denen ohne Palliativstation, einen PLD einzurichten. Alle beteiligten Gremien sind aufgerufen, sich zusammenzusetzen und möglichst zügig die noch
offenen Fragen der Organisation, Ausbildung,
Finanzierung und Abrechnung zu klären.
Außerdem solle sich der Senator für Gesundheit auf politischer Ebene für den PDL einsetzen und dabei helfen, dessen Einrichtung
bundesweit anzustoßen. Die Bremer Seniorenvertretung unterstützt selbstverständlich dieses
Anliegen und empfiehlt, den PDL auf dem
nächsten Bremer Palliativkongress zum
Thema zu machen und dieses auch in die
Ärzteverbände zu tragen.
Gerd Feller
Gesundheit und Pflege
Koalitionsvertrag - Union und SPD
haben nicht den Mut zur
durchgreifenden Pflegereform
Aufgrund der sicheren
Mehrheitsverhältnisse im
Deutschen
Bundestag
hätte die große Koalition
die Möglichkeit gehabt,
bereits vertraglich überein
zu kommen, eine umfassende
Reform
des
Pflegegesetzes im Sozialgesetzbuch XI anzukündigen. Es ist anders geGünter Steffen
kommen. Die Inhalte sprechen eher dafür,
dass die neue Bundesregierung keine hohe
Priorität der Pflege für die Hilfebedürftigen und
ihre Angehörigen anstrebt.
Die finanzielle Lage der Pflegebedürftigen
hat sich aus Gründen des Eigenanteils dramatisch verschlechtert. Annähernd 40% der
Heimbewohner und 20% in der ambulanten
professionellen Pflege der Stufe 2 müssen
Sozialhilfe beantragen und immer mehr
erwachsene Kinder werden zur Kasse
gebeten. Dramatisch ist auch die qualitative
und
quantitative
Situation
in
den
Pflegebetrieben. Die Beseitigung dieser
Defizite sind im Koalitionsvertrag wenig
konkret verabredet. Es ist überhaupt schwierig,
die Vereinbarungen aufzulisten, so dass das
Gefühl aufkommt, der Staat will nicht wirklich
(Fortsetzung auf Seite 3)
DURCHBLICK Nr. 169 – Februar 2014
(Fortsetzung von Seite 2)
„Nägel mit Köpfen“ machen.
Die Änderungsabsprachen der Koalitionspartner sind hier aufgelistet:
• Pflege muss für alle Menschen, die auf sie
angewiesen sind, bezahlbar bleiben.
• Die Pflegebedürftigkeit soll besser anerkannt werden. Aufgrund einer Expertenkommission soll der Begriff der Pflegebedürftigkeit neu beschrieben werden. Die
Begutachtungssystematik soll wissenschaftlich erprobt und geprüft werden.
• Zur Stärkung der ambulanten Pflege
werden die Leistungen im ambulanten und
stationären Bereich weiter angeglichen
werden.
• Die Betreuungsleistungen werden weiter
ausgebaut. Bei einem Schlüssel von 1
Betreuungskraft auf 20 Pflegebedürftige.
(Planungsziel: In den stationären Einrichtungen sollen bis zu 45.000 Betreuungskräfte tätig werden).
• Die Zuschüsse für das Wohnumfeld sollen
verbessert werden und die Anschubfinanzierung für ambulant betreute Wohnformen soll ausgebaut werden.
• Die
Entwicklung
von
Angeboten
altersgerechter Begleitung und technischer
Unterstützungssysteme soll weiter gefördert und im Leistungskatalog des
PflegeVG aufgenommen werden.
• Die
Palliativmedizin
soll
ausgebaut
werden.
• Die Hilfen zur Weiterführung des
Haushalts sollen ausgebaut werden.
• Gute Pflege setzt qualifiziertes und
motiviertes Personal voraus. Die Parteien
wollen sich für Personalmindeststandards
einsetzen und die Pflegeberufe aufwerten.
• Reformierung der Pflegeausbildung.
• Um die Transparenz und Nutzerorientierung zu verbessern, müssen Qualitätssicherungsverfahren
wissenschaftlichen
Standards genügen - auch im Hinblick
einer Entbürokratisierung.
• Man will eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe
schaffen, um zu prüfen, wie die Rolle der
Kommunen noch diesbezüglich weiter
gestärkt werden kann.
• Der
paritätische
Beitragssatz
wird
spätestens zum 1.1.2015 um 0,3% erhöht.
Die Mehreinnahmen daraus sollen für
Leistungsverbesserungen in der Betreuung sowie zum Aufbau eines Pflegevorsorgefonds verwendet werden. In einem
zweiten Schritt wird mit der Umsetzung
des
Pflegebedürftigkeitsbegriffs
der
Beitrag um weitere 0,2% angehoben.
3
Meine Anmerkungen zu den Beschlüssen im
Koalitionspapier:
• Die Koalitionäre bleiben deutlich hinter den
Erwartungen zurück. Wie diese Vorschläge „zusammengeschustert“ wurden,
ist schon klar. Zusammenarbeit mit den
Verbänden der Lobbyisten hat die Feder
geführt.
• In dieser Vereinbarung wird kein Wort über
die so nötigen finanziellen Entlastungen
von Eigenbeteiligungen für die zu pflegenden Bedürftigen sowie für Angehörige
verloren.
• Wenn die zukünftigen Beitragserhöhungen
von 0,5% für Leistungsverbesserungen der
Betreuung, für den Ausbau des Pflegevorsorgefonds und für die Umsetzung des
neuen Begriffs der Pflegebedürftigkeit
eingesetzt werden sollen, womit will man
dann bei den Pflegekräften die Qualifizierungsanhebungen, Stellenverbesserungen
und Besserbezahlungen finanzieren? Eine
Frage, die auch nicht beantwortet wurde.
Die Zusammenfassung kann nur lauten: Es
war wohl von den Koalitionsparteien Union und
SPD nicht die Absicht, sich mit der Problematik
„Pflege der Menschen“ im Zeitraum der
Bildung einer neuen Bundesregierung auseinander zu setzen. Die verhandelnden Persönlichkeiten der drei Parteien wussten wohl
sehr frühzeitig, dass sie kein verantwortungsvolles Amt erhalten. Der seit einigen
Tagen ernannte Bundesgesundheitsminister,
Hermann Gröhe, war schnell dabei, auf der
Website des Ministeriums seine Devise
festzuhalten: „Deutschland hat eines der
besten Gesundheitssysteme der Welt“!
Günter Steffen, Lemwerder
Zur Diskussion
gestellt
von
Gerd Feller
Ob es auch mal ohne Klüngeleien
geht?
Fragwürdige Machenschaften in der
Kölner Stadtverwaltung und in dortigen
kommunalpolitischen Kreisen haben dazu
geführt, dass inzwischen überall, wo das
Prinzip „eine Hand wäscht die andere“ herrscht
und es zur Vermischung von persönlichen,
wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politi(Fortsetzung auf Seite 4)
4
DURCHBLICK Nr. 169 – Februar 2014
(Fortsetzung von Seite 3)
schen
Interessen kommt, vom „Kölschen
Klüngel“ gesprochen wird. In der Regel bedarf
es eines Zufalls oder des investigativen
Journalismus, damit diese meist im Stillen
ablaufenden
und
korruptionsverdächtigen
gegenseitigen Hilfeleistungen und Gefälligkeiten auffliegen.
Im Kölner Raum mag es vielleicht
rheinische Frohnaturen geben, die dem Begriff
„Klüngel“ auch etwas Positives, z.B. im Sinne
von „man kennt und hilft sich“, abgewinnen
können oder diese Art von Kooperation naiv
mit der heute oft geforderten „Netzwerkbildung“ oder „Vernetzung“ gleichsetzen. Den
Humoristen und Kabarettisten liefert der Klüngel reichhaltiges Material für ihre Programme
und lässt ihre Kassen klingeln. Wenn man sich
allerdings klarmacht, dass sich Klüngel nicht
nur auf kommunaler Ebene, sondern auch auf
Landes- und Bundesebene abspielt, es dabei
überwiegend ums Geld geht und in der Regel
der Steuerzahler der Geprellte ist oder für die
Schäden aufkommen muss, sollte man
„Klüngel“ schon ernst nehmen.
Geklüngelt wird oft, wenn für hochrangige,
aber amtsmüde oder im Amt aus verschiedenen Gründen nicht mehr gewünschte
Politiker/-innen gut dotierte Pöstchen beschafft werden müssen, damit man sie auch
schnell los wird und sie, aller Ämter entledigt
oder gar beraubt, nicht in bitterer Armut versinken. Dank einer aufmerksamen Presse und
des Umstands, dass es auch in den verschworensten Gremien immer jemand gibt, der
nicht sein Schweigen, sondern sein Reden für
Gold hält, geraten die meisten Klüngeleien ans
Licht der Sonne.
Ein solcher, mehr als unverschämter
Klüngel bahnte sich im akuten Fall des Kanzleramtsministers a.D. Ronald Pofalla an. Egal,
ob er selber aus dem Amt heraus oder seine
Chefin ihn loswerden wollte, es musste ein
Ersatzamt her. Man hat ja an Beispielen aus
der FDP gesehen, welche schwierigen Lebenslagen entstehen können, wenn sogenannte Spitzenpolitiker gezwungen sind, sich
„back to the roots“ zu begeben. Dem üblichen
Klüngel entsprechend hätte man nach dem
Reinfall der FDP bei den letzten Bundestagswahlen erwarten können, dass inzwischen
alle lukrativen Refugien besetzt sind. Aber das
wäre auch nicht schlimm gewesen. Man kann
ja neue Pöstchen schaffen.
Und siehe da, obgleich die Deutsche Bahn
AG mal wieder die Fahrpreise aus Kapitalmangel heraufsetzen musste, scheut sie sich
nicht, ganz fix einen zusätzlichen Vorstands-
posten einzurichten in der Hoffnung, sich damit
einen gut informierten Cheflobbyisten zu
angeln. Dieser Job ist sicher nicht für ein
staatliches Unternehmen von existenzieller
Bedeutung; denn eigentlich brauchte ein
solches gar keine Lobbyisten, sondern eher
Fachkräfte. Man kommt damit allerdings Herrn
Pofalla entgegen, der schon vorher die Finger
im DB-AG-Geschäft gehabt haben soll, wie die
Medien berichteten. Pofalla stammt vom Niederrhein, das ist nicht weit von Köln entfernt.
Da dürfte die Beziehung zwischen ihm und
dem Bahnunternehmen sicher rechtzeitig im
rheinischen Sinne der Netzwerkbildung
gestaltet worden sein.
Nachdem die Klüngelei offenkundig
wurde, hat erst der Aufsichtsrat aufgemuckt
und dann Pofalla Bereitschaft gezeigt, sein
Bundestagsmandat niederzulegen, um das
Klüngeln
in besseres Licht zu rücken.
Obgleich Pofallas Wahlkreis Kleve auch zum
rheinischen Raum gehört, werden sich seine
Wähler wundern, dass ihr Kandidat nicht dort
landet, wo sie ihn haben wollten. Ein Schelm,
wer hier an Wahlbetrug denkt. Na ja, vielleicht
kann Pofalla bei der DB AG wenigstens dafür
sorgen, dass Kleve von solchem Ungemach
verschont bleibt, wie es Mainz kürzlich erleben
musste (Teilschließung des Hauptbahnhofs).
Der Imageschaden für die Klüngelanten
kann uns egal sein, aber nicht die tiefe Verwurzelung des Klüngelns in Politik und Wirtschaft, was sich ja in den zögerlichen Reaktionen von CDU/CSU und DB AG widerspiegelt. Betrüblich ist auch, dass wieder mal
Adenauer Recht behielt mit seinem Spruch:
Unsere Welt hat Grenzen, nur die Dummheit
ist grenzenlos.
Wer zahlt diesen Job letztlich? Zum einen
die Bahnkunden, und sie wären sicher nicht
ganz so ärgerlich und verbittert, würde ihnen
die DB AG beim Reisen wenigstens mehr
Verlässlichkeit und besseren Service bieten.
Zum anderen die Wähler in Kleve, und zwar
mit Vertrauensverlusten.
Ja, liebe Seniorinnen und Senioren, wenn
ich die Häufigkeit der Klüngelfälle, ihr
flächendeckendes Vorkommen und die Misserfolge
bei
der
Aufklärung
solcher
„Beziehungskisten“ bedenke, kommen mir
Zweifel, ob sich Klüngel vermeiden lässt.
Trotzdem sollten wir die Hoffnung nicht
aufgeben. Deshalb empfehle ich der Bremer
Seniorenvertretung, sich stets deutlich gegen
den Klüngel auszusprechen. Wenn wir unsere
Anliegen vertreten, haben wir jedenfalls kein
Geklüngel nötig. Da genügen Argumente und
demokratische Wahlen.
DURCHBLICK Nr. 169 – Februar 2014
Aus der SeniorenVertretung der
Stadtgemeinde Bremen
Gesetzliche Krankenversicherung soll
teurer werden!
Das Jahr fängt gut an. Nachdem vor den
Wahlen ständig von finanziellen Entlastungen
der Bürger/-innen gesprochen wurde, wird nun
schon kräftig an Preisschrauben gedreht Die
Bremer Straßenbahn erhöht die Preise,
ebenso die Deutsche Bahn AG und die Post.
Weitere Kostensteigerungen werden folgen,
mit Sicherheit die Beiträge der Krankenkassen
und Versicherungen.
Die Gesetzliche Krankenversicherung
(GKV) macht den Anfang, wie uns der WeserKurier vom 02.01.2014 berichtete. Sie habe
zwar noch Reserven, und man gehe davon
aus, dass in 2014 noch keine Zusatzbeiträge
nötig würden. Aber man gebe eben jedes Jahr
4 Mrd. Euro mehr aus, als man eingenommen
habe. Das Bundesversicherungsamt rechne
deshalb ab 2017 mit einem Zusatzbeitrag von
1,6% bis 1,9%, es sei denn, die Einnahmen
und Ausgaben entwickelten sich anders als
augenblicklich. Wir dürfen erwarten, dass die
Privatversicherungen nachziehen.
Seit Jahren weist die Landesseniorenvertretung Bremen darauf hin, dass wir im Gesundheitswesen ein Ausgabenproblem haben,
dass nicht nur mit steigenden Leistungen der
Versicherungen für die Patientenschaft, sondern auch mit den überflüssigen Nebenausgaben der Versorgungsträger zusammenhängt. Im Weser-Kurier war darüber nichts zu
lesen. Es wird immer nur von Einnahmen
gesprochen.
Die neue Koalition scheint auch nicht den
Mut zu einer nachhaltigen Gesundheitsreform
aufzubringen. Für eine solche fordert die
Landesseniorenvertretung, was die Versicherungen betrifft, schon lange Einsparungen, und
zwar durch eine kräftige Reduzierung der
hohen Ausgaben für Verwaltung und
Marketing. Auf die Sparmöglichkeiten bei der
medizinischen und therapeutischen Versorgung soll hier gar nicht erst eingegangen
werden (vgl. dazu „Durchblick“ Nr. 162, Juli
2014, S.2-4).
Die Wähler/-innen sind aufgerufen, ihre
Abgeordneten aufzufordern, endlich dafür zu
sorgen, dass die Koalition eine seit Jahren für
5
notwendig erkannte und immer wieder
versprochene
gründliche,
zukunftsfähige
Gesundheits- und Pflegereform leistet.
GF
Neues Hospiz in Bremen
(Foto: Simone Rieks, Abdruck mit Genehmigung des
Lilge-Simon-Stiftes)
Lilge-Simon-Stift
Das Vermächtnis der Ärztin Dr. Ruth LilgeSimon und die Unterstützung durch die
Deutsche Fernsehlotterie machten es den
Johannitern möglich, in Bremen-Schönebeck
ein neues Hospiz zu bauen. So ist Bremen
seit dem 01. Januar 2014 mit einem zweiten
stationären Hospiz ausgestattet. Das Gebäude
wurde auf dem Gelände des ehemaligen
„Haus-Hügel“, einer Tagungsstätte der Bremischen Evangelischen Kirche, errichtet, ist
ebenerdig und damit barrierefrei angelegt und
von einer parkartigen Landschaft umgeben.
Das Hospiz, das unter dem Dach der
Johanniterhaus Bremen gGmbH und der
Diakonie arbeitet, verfügt neben einigen
Verwaltungs- und Wirtschaftsräumen und
einem Bereich zum gemeinsamen Essen und
Wohnen über 8 Einzelzimmer für die Gäste
und 2 Zimmer für Angehörige. Die Appartements sind geräumig und mit eigener
Terrasse sowie einem
barrierefreien Bad
ausgestattet und für ihren Zweck bestens
eingerichtet. Große Panoramafenster, auch in
der Zimmerdecke, erlauben den Blick in die
Natur.
Gäste werden im Hospiz die Menschen
genannt, die sich dort schwerkrank in ihren
letzten Lebenstagen oder – wochen pflegen
und begleiten lassen wollen. Wenn ein Leben
zu Ende geht, braucht jeder Mensch
Zuwendung und Begleitung. Das betrifft die
Gäste ebenso wie die Angehörigen. Dabei gilt
die
Aufmerksamkeit
des
zehnköpfigen
Pflegeteams, das mit 4 externen Palliativärzten
und einer Seelsorgerin kooperiert, der
individuellen palliativmedizinischen Pflege und
Versorgung, der Hilfe bei der Regelung der
letzten Angelegenheiten und der psychischen
und spirituellen Begleitung.
(Fortsetzung auf Seite 6)
6
DURCHBLICK Nr. 169 – 2014
(Fortsetzung von Seite 5)
Mit der Eröffnung des Lilge-Simon-Stiftes
hat sich, abgesehen von der Kinderhospizversorgung, die Zahl der Betten für die
stationäre Hospiz- und palliativmedizinische
Versorgung in Bremen-Stadt auf 32 erhöht:
• Klinikum links der Weser: 12
• Hospiz „Brücke“: 8
• Evangelische Diakonie-Krankenhaus: 4
(für Eigenbedarf)
• Lilge-Simon-Stift: 8
Die Seniorenvertretung Bremen wünscht dem
neuen Hospiz einen guten Start und für die
Zukunft eine erfolgreiche und segensreiche
Arbeit zum Wohle schwerstkranker und
sterbender Menschen.
GF
Weitere Informationen unter:
Lilge-Simon-Stift, Auif dem Krümpel 95, 28757 Bremen
Tel.: 0421 626707-0, Fax: 0421 626707-277
E-Mail: [email protected]
www.lilge-simon-stift.de
Mehr Kontrolle für den MDK
Die Landesseniorenvertretung NordrheinWestfalen weist darauf hin, dass sich immer
mehr Angehörige von pflegebedürftigen
Personen über den Medizinischen Dienst der
Krankenkassen (MDK) beschweren. Der MDK
ist die Instanz, die über die Zuordnung zu einer
Pflegestufe entscheidet.
Es urteilten „so genannte Gutachter über
Menschen, die sie oft nur einmal gesehen
haben, um so aus der aktuellen Situation
heraus ihre Stellungnahme abzugeben“.
Inzwischen sei ein Sechser im Lotto sicherer
zu gewinnen als die Anerkennung
nach
Pflegestufe 2.
Die LSV Nordrhein-Westfalen fordert
deshalb „endlich mehr Transparenz und die
Beurteilung durch zwei getrennt agierende
Gutachter sowie die politische Kontrolle des
Medizinischen Dienstes der Krankenkassen“.
Die
Landesseniorenvertretung
Bremen
unterstützt diese Initiative.
Wechsel an der Spitze des
Arbeitskreises „Gesundheit“
Wie schon im „Durchblick“ berichtet, musste Günter Maske aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Sprechers abgeben (vgl.
„Durchblick“ Nr. 167, S.7). Auf der Sitzung am
14.Januar 2014 wurde Elke Scharff einstimmig
zur neuen Sprecherin gewählt. Sie ist seit
2011 Mitglied der Bremer Seniorenver-tretung
und wurde als
erneut gewähltes
Beiratsmitglied
vom
Ortsbeirat
Obervieland delegiert.
Elke Scharff
(Jahrgang
1945)
hat als kaufmännische Angestellte
gearbeitet und war
immer schon ehrenamtlich engagiert, als
Jugendleiterin, Betriebsratsmitglied und Beiratsmitglied. Mehr als ein Jahrzehnt hat sie im
Bund gegen Alkohol und Drogen im
Straßenverkehr aktiv mitgewirkt (B.A.D.S.). Mit
dem Alter wuchs das Interesse an Gesundheitsfragen. Im Gesundheitswesen werden die
Herausforderungen zunehmen und Elke
Scharff will sich mit dem Arbeitskreis
„Gesundheit“ dafür einsetzen, dass die
anstehenden Fragen auch für die Bremer
Seniorinnen/Senioren zufriedenstellend geklärt
werden. Wir alle wünschen ihr für die
zukünftige Aufgabe viel Erfolg und Freude.
„Wohnen für Hilfe“
So heißt ein neues Projekt mit dem Ziel,
Seniorinnen/Senioren und Studenten/Studentinnen unter einem Dach zusammenzubringen.
Die Wohnungsnot bei Studierenden in Universitätsstädten ist schon längere Zeit im Gespräch und bereitet auch dem Bremer Studentenwerk große Sorgen. Die Mieten für Zimmer
und Wohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt sind durch die Abnahme des Angebotes
und die wachsende Nachfrage von Studierenden gestiegen. Nur wenige können die Mieten
noch bezahlen. Wohngemeinschaften können
zwar eher die Miete aufbringen, sind aber nicht
jedermanns Sache. Auf dem freien Markt wird
vorerst der Mangel an bezahlbarem Wohnraum weiter zunehmen und dadurch auch die
Mieten in die Höhe treiben. Daran wird sich so
schnell nicht viel ändern. Aber vielleicht an der
Wohnstrategie. In Freiburg, Göttingen und
anderen Städten hat man eine solche
Wohnsymbiose von Jung und Alt bereits mit
Erfolg erprobt. Worum geht es dabei?
Ordentlich bei einer Hoch- oder Fachhochschule
immatrikulierte
Studierende,
die
soziales Engagement und Hilfsbereitschaft
mitbringen, sich gerne auf andere Menschen
einlassen und ihnen Unterstützung anbieten,
erhalten die Gelegenheit, mit älteren Men(Fortsetzung auf Seite 7)
DURCHBLICK Nr. 169 – Februar 2014
(Fortsetzung von Seite 6)
schen zusammen zu wohnen, sofern diese
über freien Wohnraum in einer größeren
Wohnung oder im Eigenheim verfügen, einem
Studierenden Unterkunft bieten wollen und
sich Unterstützung in alltäglichen Dingen
wünschen.
Bei den schon laufenden Zweigenerationen-Wohngemeinschaften gibt es in puncto
Kosten ganz unterschiedliche Modelle. In
Bremen wird das Projekt „Wohnen für Hilfe“
eingerichtet, bei dem die Regelung gilt, dass
für den Mietbetrag die Quadratmeterzahl des
angebotenen Wohnraums in Hilfestunden pro
Monat gegengerechnet wird. Bewohnt der
Studierende also ein Zimmer mit der Fläche
von 20 Quadratmetern, würden monatlich 20
Stunden Hilfe fällig, um mietfrei zu wohnen.
Bleiben Quadratmeter übrig, muss für diese
entsprechend Miete gezahlt werden. Nebenkosten bleiben von diesem Deal unberührt,
sind also separat zu bezahlen.
Die Hilfeleistungen umfassen z.B. Einkaufen, Hilfe/Handreichungen im Haushalt, bei der
Gartenpflege oder beim Umgang mit dem
Computer. Es handelt sich also nicht um
Pflegedienstleistungen. Diese sind völlig
ausgenommen und bleiben Aufgabe der
Pflegedienste und ihrer Fachkräfte.
Für beide Partner bietet das Modell
Vorteile. Die Älteren, vor allem wenn sie allein
leben, haben die Gelegenheit, leerstehende,
nicht mehr benötigte Zimmer der jüngeren
Generation zur Verfügung zu stellen, ihr
Wohnumfeld oder ihr Haus wieder zu beleben,
auf diese Weise bei der Bewältigung der
Alltagsaufgaben unterstützt zu werden und
Kontakte zu Menschen und zur Außenwelt
wiederzugewinnen, zu erweitern oder aufrecht zu erhalten. Die Studentinnen/Studenten
finden kostengünstige oder sogar mietfreie
Unterkunft, können sich sozial engagieren und
ihren Erfahrungsbereich erweitern.
Das generationenübergreifende Projekt
„Wohnen für Hilfe“, das nun auch in Bremen
von der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Anja Stahmann, in Zusammenarbeit mit der Paritätischen Gesellschaft
und dem Studentenwerk gestartet wurde,
könnte einen wertvollen Beitrag für die
Begegnung und gegenseitige Unterstützung
von Jung und Alt leisten. Beide Organisationen
übernehmen die Vermittlung von freiem
Wohnraum an Studierende. Sie informieren die
Interessenten,
beraten
und
sichern
rechtskonforme Verhandlungen. Sie werden
auch dafür sorgen, dass die studentischen
Mitbewohner angemessen versichert sind und
7
dass kein Missbrauch mit dem Wohnraumangebot getrieben wird. Nach einem Jahr
wird der Verlauf des Projektes ausgewertet.
Wenn nötig, kann dann nachgebessert
werden.
(Foto: G.Feller)
Sozialsenatorin Anja Stahmann beim Start des
Projektes am 13.01.2014
Liebe Bremer Seniorinnen/Senioren, wenn
Sie an diesem Projekt teilnehmen wollen
scheuen Sie sich nicht mitzumachen. Es
könnte Ihrem Leben eine neue Perspektive
geben, Sie vor Vereinsamung bewahren und
durch Ihre persönliche Hilfsbereitschaft Ihnen
und jungen Menschen viel Freude bereiten.
Wenden Sie sich dann bitte an die beiden
zuständigen Organisationen, die Ihnen die
Vermittlung erleichtern.
GF
Paritätische Gesellschaft für soziale Dienste
Bremen, Außer der Schleifmühle 55-61,
28203 Bremen, Tel.: (0421) 791 99 58
E-mail: [email protected]
Studentenwerk Bremen
Bibliothekstraße 3 / Studentenhaus
28359 Bremen, Tel.: (0421) 2201-101 29
E-mail: [email protected]
Gewohnheiten machen alt jung bleiben Leute,
die gerne wechseln.
Attila Hörbiger
8
DURCHBLICK Nr. 169 – Februar 2014
Aus dem Seniorenbeirat
der Seestadt
Bremerhaven
Nachrichten
aus
Bremerhaven
(Foto: G.Feller)
•
•
•
Am 13.02.2014 findet die Neuwahl des
Seniorenbeirates Bremerhaven statt.
Der Einladung zur letzten Beiratssitzung
des Jahres 2013 war auch Klaus Rosche,
der Dezernent des Ausschussbereiches
für Arbeit, Soziales, Seniorinnen und
Senioren, Migrantinnen und Migranten und
Menschen mit Behinderung gefolgt. Ganz
besonders erfreut war der Beirat über
seine klare Aussage, dass sich
der
Widerstand des Seniorenbeirates gegen
die Schließung der Treffpunkte gelohnt
hat. Sie ist nicht mehr aktuell. Dieses
wurde noch dadurch unterstrichen, dass
ab November neben den Treffpunktleitern
Peter Haberbosch ( zuständig für die
Seniorentreffpunkte in Grünhöfe und
Wulsdorf) und Raimund Ruser ( zuständig
für die Seniorentreffpunkte in Bremerhaven-Mitte und Lehe) zwei Treffpunktleiterinnen als Halbtagskräfte zusätzlich
eingesetzt wurden, Frau Eilts für das
Altbürgerhaus in Lehe und Frau Lange für
das Ernst-Barlach-Haus in Geestemünde.
Beide
sind
nach
Aussagen
der
Ältestenräte eine große Entlastung für die
Arbeit in den Treffpunkten.
Planungen für 2014:
- Am 14.05.2014 stellt Dr. Klaus Struck
(zuständig auch für die Gesundheitswoche) das Thema Schmerztherapien
um 15.00 Uhr im Haus am Blink vor.
- Das Thema „ Gesunde Ernährung für
Senioren“ wird von Herrn Sommer
vorbereitet. Der voraussichtliche Termin
liegt im August 2014.
- Die
Behandlung
des
Themas
„Autofahren im Alter“ wird von Frau
Steinmetz zusammen mit dem ADAC
und der Polizei geplant. Der Termin steht
noch nicht fest.
- Nach
wie vor unterstützt der
Seniorenbeirat die Einrichtung eines
Hospiz in Bremerhaven. Dazu wollen Herr
Niehaus und Herr Sommerling eine
Veranstaltung mit dem Thema „HospizMein Lebensende“ vorbereiten.
- Unsere Infofahrt nach Wolfsburg findet
am 10.Juli 2014 statt. Geplant ist auch ein
Treffen mit dem dortigen Seniorenbeirat.
Anmeldung bis Ende März 2014. Ein
Mittagessen ist nicht vorgesehen, da es
genügend Möglichkeiten für einen Imbiss
gibt.
- Im September 2014 werden wir wieder
mit einem Stand auf der Gesundheitswoche vertreten sein.
- Zudem findet erneut in Zusammenarbeit
mit der TSG die Tanzsportgala im
Tanzsportzentrum statt.
- Der fast schon traditionelle Gedankenaustausch mit dem Seniorenbeirat des
Landkreises Cuxhaven soll auch 2014
fortgeführt werden.
- Der Seniorenbeirat Bremerhaven wird
prüfen, ob das
Angebot
„Wohlfühltelefon“ der Bremer Patienteninitiatve
Ambulante Versorgungsbrücken auch in
Bremerhaven eingeführt wird.
Wilhelm Behrens
Impressum
Landesseniorenvertretung
Tivoli-Hochhaus, 4.Etage, Z.14
Bahnhofsplatz 29
28195 Bremen,
Tel.: (0421) 3 61 67 69
E-Mail: [email protected]
www.seniorenlotse.bremen.de/senioren-vertretung
Der DURCHBLICK ist das Mitteilungsblatt der
Seniorenvertretungen im Lande Bremen
Redaktion:
Gerd Feller (V.i.S.d.P)
Tel.: 274990
E-Mail: [email protected]
Der DURCHBLICK
erscheint monatlich auch im Internet unter
www.seniorenlotse.bremen.de/seniorenvertretung/Durchblick
Redaktionsschluss: Jeweils der 15. des Monats, der
dem nächsten Erscheinungstermin vorausgeht.
DURCHBLICK Nr. 169 – Februar 2014
Ücret artışı - çöp ikileminin tek çıkış
yolumudur?
1 Ekim 2013 Bremen vatandaşları ,çöp
ücretleri ile ilgili olarak gazetede bir haber
okumuşlardı .(Weser - Kurier , s.8), kırmızı yeşil gurubu, çoğunluk ile ,çöp fiyatlarını Ocak
2014 itibaren yükseltme kararı aldı.Herhalde
bu konuda daha fazla düşünmeye gerek
görmeyerek fiyat artışı onaylanacak. Fakat
pek çoğu düşük emekli alan Bremen
yaşlılarının , aynı zamanda, kendi atıklarının
kullanımı hakkında düşünmeye başlaması
gerek. Bu tür haberlerde temelde sadece para
konusu konuşuluyor. Burada şimdi bizim, çöp
imhası için mi daha fazla ödememiz gerekiyor?
Atık sebebi olanlar için sadece ucuz atık
bertarafı söz konusu, atık bertaraf şirketlerine
maliyet ve muhtemelen karlı gelir
ve bu
nedenle politikacılara"buz üzerinde inek" zor
bir problem ,her halukarda şimdilik ? Hatta
yeşil koalisyon ortakları içinde çöp sorunu
hakkında daha fazla konuşma gereği yok gibi
görünüyor.
Biz sorunu bir kez ekonomik değil de, ancak
çevre ve ileriye dönük bir şekilde inceliyelim.
1972 yılında Roma Kulübü , " Büyümenin
Sınırları " başlığı altında, dünya durumu
hakkında kapsamlı bir rapor vermişdi. O
zamandan beri yaşam kaynaklarımızın son
derece tehlike altında olduğu uyarısını
alıyoruz. Buna rağmen, ekonomik sınırsız
büyüme hedeflenip , övgüsü de devam
etmektedir. Bu, aynı zamanda ,tüketim ve
tüketimatık büyümesini içerir. Kırk yıl önce bir
çöp bidonu ile yetinirken şimdi dört çöp
bidonuna
ihtiyacımız var. Atık ayrılması
azalması anlamına gelmiyor. Daha önce atık
önleme ile ücretlerden tasarruf edilebilir diye
düşünülüyordu. Bu nasıl mümkün olabilir?
Tüketiciler, önemli ölçüde üreticilerin ticari
baskısı altında
daha fazla atık üretiyor.
Özellikle sarı ve mavi bidonlar(plastik ve kağıt)
atık ile çabuk dolmaktadır ve bugünün
paketleme
stratejileri
ve
promosyon
malzemeleri kütlesi ile bunun önüne geçilemez
. Buna ek olarak, bu teknik ilerleme uyum
olağanıdır ve
kısa aralıklarla, yeni
ekipman,cihaz satın almak ve piyasada ne
varsa elinde "sahip olmak" olarak kabul edilir .
Aslında kim, o eşyanın yaşamak için gerekli
olup olmadığını ve ne de ihtiyaç olmadığı
zaman kaldırıp atma taktikleri sonuçlarını
merak ediyorki? Yaşam kaynaklarını korumak
için ,neden olan baskılara rağmen, katalok
zorlanmadan genişletilebilir. Artık, atık bertaraf
mali yönlerini tartışmak, çöp sorununu çözmek
9
zamanı gelmedimi, ve aynı zamanda daha
etkili geri dönüşüm olanakları ile uğraşmak
zorunda değilmiyiz? Bilhassa yeşil koalisyon
ortaklarının hedefi, atık politikasını izlemeleri,
atık miktarını azaltmayı ,kıtlaşan hammadde
kaynaklarının
geri
dönüşümünü
yoğunlaştırmak, ve genellikle gelecekte
toplumsal değişim yönünde çalışmak, genç
kuşak için iyi bir hayat şansı sağlamak
değilmidir?
Bilim ve teknoloji, atık yakma ve depolama,
azaltma için zaten stratejiler ile tanıdık, geri
dönüştürülmüş malzemenin yeniden kullanımı ,
ambalaj malzemesini azaltmak
, atık
maddelerin miktarını azaltmak (örneğin "Sıfır
Atık
Stratejisi"
ne
bakınız).
Bremen Yaşlılar Temsilciliği ,"nesil dostu bir
alışveriş" için uzun zamandır destek veriyor.
Aynı şekilde, "nesil ve gelecek dostu bir atık
politikası" nda güçlü olmak, bilgi edinmek ve
politikada etkili
olmak ve böylece atık
dönüşümü ve azaltılması ile daha pahalı atık
önlenebilir. O zaman belki sıfır atık şehirleri ve
düşük atık ücretleri hayali gerçek olabilir.
Burda iş yerleri kaybolmamalı sadece
değiştirilmeli . O zaman belki ücret sorunu
konu olmaz. Bu doğrultuda, birçok başka
yerlerde de hareket zaten var, hatta çöp​​e
boğulmuş Napoli şehri gibi. Birbirimize katılıp
beraber olmalıyız
ve böylece gençlerin
geleceği söz konusu olduğu için gençlik ile
temas kurmalıyız.
Toplumda değişim - Avrupa
Kapsamında Göç
Göçmenler ve Kültürlerarası Araştırmalar
Merkezi (ZIS) "toplumda değişim - Avrupa
Kapsamında Göç" üzerine bir konferans dizisi
başlattı. Amaç Avrupa'da göçün
rolünü
tartışmak.
Bu
aynı
zamanda
gelecekte“daha iyi tasarım ve çok kültürlü
toplum'' ortak kültürler arası yaşamda iyi
(Devamı sayfa 10)
10
DURCHBLICK
Nr.
169
–
Februar
2014
(9.Sayfa devamı)
çözüm yolları aramaya yönelmek. Planlanan
sekiz etkinlik sonunda, her biri farklı konular ile
ilgili set içeriği özet olarak yayınlanacaktır.Đlk
etkinlik 09.10.2013 tarihinde saat 15.00 -18.00
arası Europa Punkt Bremen adresinde
(Bremische
Bürgschaft)
gerçekleşti.
Konuşmacı ,Heidelberg Göç Araştırma ve ötesi
pedagoji Merkezi Başkanı Sayın Prof.Dr.Havva
Engin oldu. Konuşmacı kendi araştırmalarında
" göç ve çok dillilik koşulları altında dil
edinimi”ne deyindi,(Birinci, ikinci ve üçüncü dil
edinimi ), anaokulu ve ilkokul da dil kavram ve
dil desteği malzemelerinin geliştirilmesini,
(Devamı sayfa 10)
göçmen çocuklara yönelik politikanın oluşumu,
kültürler arası ve dinler arası eğitim ,öğretim ve
öğrenimin önemini anlattı. Prof.Engin, göçmen
ailelerden gelen çocukların dil ve eğitimine
yöneldi ve genellikle okulda zorluk çektiklerini
çünki okulda
Almanca yerine kendi ana
dillerini konuşmaları nedeniyle göçmen kökenli
çocukların daha çok ayrımcılığa maruz
kaldıklarını belirtti. Ayrıca göçmen çocuklarla
ilgili uzun yıllar yoğun olarak çalışdığı dil
uygulamaları araştırma raporunu sundu , çok
dillilik genel değerlerini açıkladı ve büyüyen
Avrupa Birliği'nin arka planına deyindi. Đkinci
bir dil öğrenmek, örneğin Almanca ,için önemli
bir temel, ilk dilde dil yeterliliğinin olduğunu
belirtti. Devam eden görüşmelerde eğitim
politikası içinde perspektif bir değişiklik ile ilgili
fikirler ortaya atıldı.
Konferans dizisi ile ilgili aşağıdaki adresten
daha fazla bilgi talep edebilir:
Zentrum für Migranten und Interkulturelle
Studien - ZIS e.V.
Elbinger Straße 6, 28237 Bremen
Tel. 0421 83947936
[email protected] und Tel. 015735221125
Yaşlı
insanlar
için
beğenilen
Gröpelingen Bölge Planının yeni baskısı
Aktif
olmak,
katılımlarda
bulunmak, evinden
dışarı
çıkıp
insanlarla
karşılaşmak, yolda
olmak ve kendi
semtini
yeniden
keşfetmek.
Bu
konular ile ilgili,
yaşlılar için ilk
olarak Gröpelingen'de Bremen semt planı iki
yıl önce yayınlandı. Uzun bir bekleme ve
devamlı taleplerden sonra şimdi ikinci, gözden
geçirilmiş baskı yayınlandı. Editörler, axent
baskı ve Batı Bremen'de yaşlanma çalışma
grubudur. Danışma Kurulu Gröpelingen, Yakın
çevredekiler (WiN) ve Evanjelik
toplum
Gröpelingen-Oslebshausen bölge planına mali
destek verdiler. Semt
planı, Oslebshausen,
Ohlenhof, Lindenhof ve Gröpelingen'i içeriyor
ve yaşlılar için lüzumlu ve enteresant yerleri
işaretliyor. Daha
ilk baskısında
birçok
Gröpelingen'li yaşlı “kendi" bölge planına
istekleri,fikir ve önerileri ile katkıda bulundu.
Benzer şekilde,Batı Bremen Çalışma Grubu
yıllardır Batı Bremen için bir danışmanlık
rehberi yayınlamaktadır. Bölge planının yeni
baskısı ile komple bir semt rehberi ortaya
çıkmış oldu. Bu rehber bir yol haritası ile
tamamlanarak küçük, kullanışlı bir kitapçık
şeklinde pek çok tesislerden ücretsiz olarak
elde edilebilir, örneğin
,AWO Dienstleistungszentrum, Stiftungsdorf
Gröpelin-gen,
Nachbarschafthaus "Helene Kaisen" ve
Bürgerhaus
Oslebshausen,Stadtbibliothek
West.
Gröpelingen´den sonra (2011) Walle
(2012) Vahr (2012) ve Huchting için de (2013)
bölge planları yayınlandı. Bölge planlarında
girişimci olarak "yaşlılar için Bremen şehir semt
planları"
proje
ekibidir.
Tasarımlarının
başarısını, öncelikle kullanıcı katılımı olduğunu
belirtiyorlar: “Özellikle yaşlıların verdikleri
ipuçları ve fikirler ile semt planı güvenilir ve
günlük kullanım için uygundur. Orta harita dahi
bilhassa seçilmiştir: Bu, yerel altyapıyı net
olarak göstermekte ve aktif olarak kendilerinin
kullanımları için onları teşvik eder.'' Diğer
bölge planları tasarım dönemindedir.
(Basın açıklaması, 28.11.2013, edition axent &
Çalışma Grubu “Bremen batısında yaşlanma”)
Bremerhaven'da yakında bir hospiz
bakım umuyoruz
Bremerhaven şehrinin Belediyesi 19:09:13
tarihli mektupla, Bremen Yaşlılar Temsilciliği'
nin Bremerhaven' da hospiz
oluşturmak
çağrısına yanıt verdi. Meclis Üyesi Rosche,''
Bremerhaven , yardım kuruluşları , sosyal ve
sağlık sektörleri ile yoğun çalışmalarda
bulunduklarını ve Bremerhaven'da bir pospiz
kurulması için gerekli koşulları sağlamak için
çaba gösterdiklerini '' belirtti.
GF
Tercüme: Dipl.jur. Feride Abdeljalil
Editör: Zeynep Sümer
(Mit Unterstützung der Senatskanzlei, Referat Integration)
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"Durchblick" Nr. 169