DURCHBLICK
Nr. 175 - August 2014
Nachrichten der Landesseniorenvertretung Bremen für die Seniorinnen und Senioren in den
Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven
Aktionsbündnis „Sehen im Alter“ gegründet
Ende Juni 2014 fand in Bonn eine Fachtagung „Sehen im Alter“ statt mit dem Ergebnis, dass ein
Aktionsbündnis
zur Unterstützung sehbehinderter Menschen und gegen vermeidbaren Sehverlust
gegründet wurde. Bündnispartner sind der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), die aus diesem Anlass auch eine
gemeinsame „Bonner Erklärung“ verabschiedet haben. Alle beteiligten Fachgebiete – von der Augenoptik
über Pflege, Industrie, Medizin, Selbsthilfe und Rehabilitation bis hin zu Politik und Kostenträgern – sind zum
gemeinsamen Handeln eingeladen.
Altersbedingte Augenerkrankungen haben mit über sieben Millionen Betroffenen in Deutschland die
Dimension von Volkskrankheiten erreicht, stellt die „Bonner Erklärung“ fest. „Menschen, die einen Sehverlust
erleiden, verlieren den Zugang zu bis zu 80 Prozent der zuvor verfügbaren Informationen“, warnt Renate
Reymann, Präsidentin des DBSV. Es stehen heute jedoch diagnostische Verfahren und Therapien zur
Verfügung, die Sehverlust in vielen Fällen aufhalten oder verhindern können. Und ist er eingetreten, gibt es
zahlreiche Hilfsmittel, Beratungen und Reha-Schulungen zur optimalen Unterstützung. Aber bisher sind die
unterschiedlichen Angebote oft nicht sinnvoll miteinander verknüpft und kommen bei den Betroffenen nicht
an. Die Fachtagungsexperten haben deshalb das Aktionsbündnis „Sehen im Alter“ gegründet, um durch
Bündelung sämtlicher Kräfte den
vermeidbaren Sehverlust im Alter zu verhindern und optimale
Unterstützung bei Sehbeeinträchtigung zu sichern.
Auf der mit über 160 Teilnehmern bis auf den letzten Platz ausgebuchten Fachtagung wurden
gemeinsam Wege erarbeitet, wie Versorgungslücken geschlossen werden können. „Wir möchten nun die
Kompetenzen der einzelnen Beteiligten zusammenführen und aus vielen losen Enden ein engmaschiges
Netz knüpfen“, so Professor Dr.Dr.h.c. Ursula Lehr, Vorsitzende der BAGSO. „Die „Bonner Erklärung“
markiert einen Aufbruch!“, stellt DBSV-Referent Werner Lechtenfeld fest, der die Fachtagung „Sehen im
Alter“ koordiniert hat. „Ich freue mich, dass es mit dem Aktionsbündnis nun an die konkrete Umsetzung
geht!“
Ziel ist die Schaffung eines abgestimmten Unterstützungsangebots, das Beratung und sinnvolle
Maßnahmenpakete bietet, Leistungen ineinander greifen lässt und Betroffenen und Angehörigen
Orientierung und Klarheit gibt. So soll die augenärztliche Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner von
Alten- und Pflegeeinrichtungen sichergestellt werden. Ein weiteres Anliegen ist, durch rechtzeitige
Aufklärung, Prävention und Früherkennungsmaßnahmen altersbedingte Sehbeeinträchtigungen von
vornherein zu vermeiden oder aufzuhalten. Ist ein Sehverlust eingetreten, gilt es unter anderem, eine
zeitnahe Rehabilitationsbehandlung zu ermöglichen und durch weitestgehend barrierefreie Gestaltung des
Umfelds auch weiterhin eine aktive Teilnahme am Leben zu ermöglichen.
Als Dachverband der Selbsthilfevereine des Blinden- und Sehbehindertenwesens bündelt und
koordiniert der DBSV das bundesweite Handeln und Auftreten von 20 Landesvereinen. Das Angebot der
Selbsthilfevereine ist einzigartig, denn nur hier wird Betroffenen von Betroffenen geholfen. Die Netzwerke
der Selbsthilfe informieren zudem über medizinische Fragen und helfen in sozialen und rechtlichen
Angelegenheiten. Zahlreiche spezialisierte Fachdienste und Einrichtungen unterstützen im Berufsleben,
beraten über Hilfsmittel, verleihen Hörbücher, bieten Veranstaltungen, Erholungsreisen und Kurse zur
Bewältigung des Alltags wie auch zur Verbesserung der Mobilität an.
Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dach haben sich rund
110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschen zusammengeschlossen. Die BAGSO vertritt deren
Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer
mit im Blick hat. Sie setzt sich unter anderem ein für:
ein selbstbestimmtes Leben im Alter,
ein
gesundes, aktives Altern, eine aktive Teilhabe und eine hochwertige gesundheitliche und pflegerische
Versorgung.
Die „Bonner Erklärung“ und ausführliche Hintergrund-Informationen finden sich auf der Internet-Seite
www.sehenimalter.org.
(Quelle: PM 9/2014 der BAGSO )
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DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
Neue Dimensionen der Mobilität
Wer die Internationale Reha- und
Mobilitätsmesse, die vom 27.- 29.Juni 2014 in
Bremen stattfand, besucht hat, kam aus dem
Staunen nicht heraus; denn der technische
Fortschritt zur Unterstützung der Mobilität von
behinderten und älteren Menschen zog die
Aufmerksamkeit der Besucher schon beim
Betreten der Halle 7 auf dem Messegelände auf
sich. Da huschten leise, leicht und schnell
Rollstühle unterschiedlicher Bauweisen vorbei,
funktional erweiterte Rollatoren standen zum
Probeschub bereit, behindertengerechte Fahrräder, Motorräder und Personenkraftwagen wurden
von Firmen mit großem Engagement vorgestellt.
Es fehlte auch nicht an neuen technischen
Entwicklungen, mit denen die Alltagskompetenz in
Haus oder Wohnung gesteigert und der Zugang
zum Behinderten- und Seniorensport unterstützt
werden kann. Einige Beispiele:
Wir kennen wohl alle die neuen elektrischen Stehroller mit zwei Rädern auf einer Achse,
„Segway“
genannt,
auf denen der Fahrer
stehend fährt und der
Zuschauer sich wundert, wie jener das
Gerät unter Kontrolle
und
die
Balance
halten
kann.
Auf
der
Basis
des
„Segways“ wurde
„Apache“ (Foto: G.Feller)
die Weltneuheit „Apache“ entwickelt, ein elektrischer Rollstuhl auf zwei Rädern ohne zusätzliche
Stützräder, der laut Werbung emissionsfrei eine
Reichweite von 200 km bei sehr geringen Stromkosten besitzt und eine Höchstgeschwindigkeit
von 20km/h erreicht. Durch etliches Zubehör lässt
sich dieses Fortbewegungsmittel von der stadtgeeigneten Version in eine geländegängige umwandeln, die bei jeder Wetterlage ihren Dienst tut. Mit
dem „Apache“ lässt sich wieder „im Frühtau zu
Berge ziehen“ und „die Welt neu entdecken“!
(Weitere Informationen unter: www. myfrankie.de)
Überzeugend
ist
auch
ein
Gerät aus der
Schweiz. Es erinnert an den zweiachsigen Kleintraktor mit Lenkgriffen, den der
Almbauer vor einen Karren oder
mechanischen
Mäher spannt,
„Swiss-Trac“ (Foto: G.Feller)
weil er mit dieser Kombination steilere Wiesen-
hänge besser und auch sicherer als mit einem
Traktor bearbeiten kann. Eine Firma in Küssnacht
a.R. hat sich wohl diese kleine Landwirtschaftsmaschine zum Vorbild genommen und ein
Zuggerät entwickelt, das sich vor manuelle Rollstühle spannen lässt und diese durchs Gelände
zieht, elektrisch angetrieben, leistungsstark,
einfach zu bedienen und ideal für ebene und
holperige Wege.
(Weitere Informationen unter: www. swisstrac.ch)
Inzwischen wird auch eine Vielzahl von
Fahrrädern angeboten, die aufgrund medizinischtechnischer Beratungen konstruiert wurden. Sie
berücksichtigen physiologische und ergonomische
Gesichtspunkte
und
können
durch
neue
Komponenten und Sonderzubehör maßgefertigt an
individuelle Bedürfnisse angepasst werden.
Besonders ein sogenanntes „Handbike“ mit drei
Rädern wurde bestaunt und gerne ausprobiert. Es
ist für Menschen mit oder ohne Handycaps
geeignet, wird durch eine Handkurbel leichtgängig
angetrieben und ist
mit vielen technischen
Einzelheiten versehen, die auch Behinderten die
Nutzung erleichtern.
(Weitere Informationen dazu z.B. unter:
www.ergodynamic-busch.de oder www.hasebikes.com)
Als Alternative zum Treppenlift wurde ein
Gerät gezeigt, dass leicht und sicher Treppen
steigt. Im
Gegensatz zum Treppenlift ist es in
einem Haus mit mehreren Treppen mobil einsetzbar und bewältigt
enge Treppenhäuser und
Wendeltreppen, allerdings
ist beim
Einsatz
eine Bedienperson
nötig. Der
Sitz
lässt sich entfernen,
so
dass die elektrisch angetriebene
Transporteinheit ohne große Umstände
an einen Rollstuhl
andocken kann. (Foto:G.Feller)
„Scalamobil“
(Weitere Informationen z.B. unter: www.alber.de)
Erwähnt
werden
soll
noch
eine
schwedische Erfindung, nämlich das „Veloped“. Es
ist ein geländegängiger Rollator, stabil konstruiert,
mit drei Rädern und kräftigen Luftreifen versehen,
der eine maximale Unterstützung beim Einkaufen,
Spazierengehen oder Wandern bietet. Eigentlich
sind es vier Räder, aber die beiden vorderen befinden sich an einer Aufhängung dicht beieinander,
funktionieren wie ein einzelnes Rad und lassen
sich ohne lästiges Querstellen steuern. Konstruktion und Radeigenschaften des faltbaren Gerätes
ermöglichen, Unebenheiten wie Bordsteine,
Kopfsteinpflaster, Eingangsstufen vor Geschäften
(Fortsetzung auf Seite 3)
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
3
(Fortsetzung von Seite 2)
oder
den
Weg
kreuzende
problemlos zu überwinden.
Baumwurzeln
(Weitere Informationen unter: www.trionic.de)
Die Ausstellung mit ihren eindrucksvollen
Angeboten - auch an Kleingeräten vermittelte
den Eindruck, dass für behinderte und alte Menschen inzwischen die Mobilität grenzenlos sein
kann. Allerdings ergaben die Informationen über
die Preise der technischen Wohltaten noch ein
anderes Bild. Die Mobilität fördernde Technik hat
vor dem Hintergrund des demografischen Wandels
zwar Marktlücken für Innovationen entdeckt, aber
diese stehen vorläufig wohl nur denjenigen zur
Verfügung, deren Geldbörsen gut gefüllt sind, am
besten auch grenzenlos. Deshalb hofft die Bremer
Seniorenvertretung darauf, dass solche Innovationen von den Krankenkassen und Versicherungen als Hilfen für die Erhaltung der Mobilität
und Lebensqualität anerkannt und unterstützt
werden. Es sollte allgemeines Interesse daran
bestehen, dass möglichst viele in ihrer Mobilität
eingeschränkte Menschen technische Errungenschaften für sich nutzen können Das ist auch ein
Weg, im Alter fit zu bleiben.
.
Gerd Feller
Seniorenforum
Problematische Überweisungsträger bei der
Bremer Sparkasse
Zum Thema der Barrierefreiheit für
Senioren und Behinderte ist uns wieder ein dolles
Ding der "Kundenfreundlichkeit" unserer "Sparkasse zu Bremen" begegnet. Vermutlich gilt es aber
für alle Banken und Sparkassen.
Meine Frau ist zu 30 % behindert,
mehrmals an der rechten Hand operiert. Das
erschwert ihre Handschrift sehr. Was macht man?
Man nimmt eine elektrische Schreibmaschine und
füllt
eine
Banküberweisung
mit
der
Schreibmaschine aus. Die deutschen Lettern sind
in Größe, Abstand, Ober- und ggf. Unterlängen
bekanntlich in der DIN-Norm erfasst. Nach dieser
Norm passen die Buchstaben aber nicht in die
vorgegebenen Felder, wie es sich der Erfinder des
Überweisungsträgers wahrscheinlich vorgestellt
hat. Schreibmaschinen sind nach der gültigen DINNorm oder Europa-Norm konstruiert, sonst wären
sie nicht CE-konform! Ansonsten sind die Texte
von Empfänger, Absender, sowie die SEPA KontoKodierung gut lesbar.
Nicht so für die Sparkasse Bremen, die es
maschinell lesbar haben möchte, und einen
solchen
Überweisungsvordruck
mit
einer
Strafgebühr von 3,00 € unbearbeitet an den
Auftraggeber zurücksendet.
Zur Veranschaulichung, worum es geht:
Mit Schreibmaschine falsch ausgefüllt!
So habe ich mich als Ingenieur i.R., der
der Normschrift noch etwas mächtig ist, an das
Formular heran gewagt. Dabei musste ich leider
feststellen, dass der Empfänger "Archivgruppe der
Friedensschule Bremen" seinen Namen etwas zu
lang gewählt hat. Er passt nicht hinein! Auch der
Name des Konto-Inhabers ist natürlich zu lang und
die geforderte Anschrift einschließlich Postleitzahl
und Ort, lassen sich nur als Fragment eintragen.
Handschriftlich ausgefüllt, auch nicht richtiger!?
Was macht man nun mit diesem Problem?
Trotz der Schreibbehinderung mühsam die
Überweisungsträger
handschriftlich
ausfüllen,
eventuell nur krakelig und unvollständig, um dann
trotzdem die 3,00 € Gebühr zahlen zu müssen?
Sich mit der Sparkasse herumstreiten und dann
abwimmeln lassen? Die Kundenunfreundlichkeit
der Sparkasse öffentlich an den Pranger stellen,
gar eine Petition an die Bremische Bürgerschaft
einreichen? Ach ja, die SEPA, da müssen wir wohl
nach Straßburg oder Brüssel unsere Petition
senden, oder?
Herbert A. Peschel, Bremen
(Anmerkung der Redaktion: Aus Datenschutzgründen wurden
die relevanten Teile der Überweisungsträger nicht kopiert.)
Muslime fordern
eigenen Religionsunterricht
So, so: Schura Bremen, Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB)
und der Verband der Islamischen Kulturzentren
wollen in Bremen nicht für das neu strukturierte
Fach „Religion“ werben (s.Weser-Kurier, 23.06.14).
Sind wir hier auf einer Werbeveranstaltung?
Laut Artikel 32 Absatz 1 der Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen sind
die allgemeinbildenden öffentlichen Schulen
„Gemeinschaftsschulen mit bekenntnismäßig
nicht gebundenem Unterricht in Biblischer
Geschichte auf allgemein christlicher Grundlage“.
Wenn auf dieser Basis jetzt ein inhaltlich
modernisiertes Fach Religion angeboten wird,
sollten sich alle Religionsgemeinschaften damit
(Fortsetzung auf Seite 4)
4
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
(Fortsetzung von Seite 3)
zufrieden geben und nicht für sich Sonderregelungen in öffentlichen Schulen fordern. Das
schließt nicht aus, dass jede Religion ihre Lehren
in Kirchen, Moscheen, Synagogen oder Gemeindehäusern weitergeben kann.
Was verstehen die jetzt protestierenden
Organisationen eigentlich unter dem Begriff „Integration“? Nach meinem Verständnis gilt: Integration ist ein Prozess der bewußtseinsmäßigen oder
erzieherischen Eingliederung von Personen und
Gruppen in oder ihre Anpassung an allgemein
verbindliche Wert- und Handlungsmuster. Dazu
gehört, dass bekenntnisbezogener Religionsunterricht in Bremer Schulen laut Landesverfassung
nicht praktiziert wird. Nur so kann die Herstellung
einer Einheit und die Eingliederung in unsere
Gesellschaft konfliktfrei und harmonisch betrieben
werden. Dafür sollte sich die Bremer Seniorenvertretung einsetzen.
Hans-Ulrich Janetzki, Bremen
Das Seniorenforum ist eine Rubrik, die allen interessierten
Mitgliedern der Seniorengeneration die Möglichkeit bietet,
ihre Meinungen und Gedanken vorzutragen. Die Beiträge
werden von der Redaktion aus den Zuschriften ausgewählt,
können gekürzt werden und geben die persönliche
Auffassung ihrer Verfasser/-innen wieder. Voraussetzung
für die Veröffentlichung ist, dass der Name des Autors
genannt wird und dessen postalische Adresse vorliegt. Ein
Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.
Zur Diskussion gestellt
Koordinierung der Behandlungsabläufe
für Schwerstkranke – längst überfällig!
Günter Steffen
In den Städten und Regionen
fehlen abgestimmte fachspezifische Vereinbarungen zur Behandlungsfolge der Diagnostik- und
Therapiemaßnahmen für
schwer erkrankte
Patienten. Diese und ihre Angehörigen erleben bis
heute unnötige Verzögerungen und nicht
nachzuvollziehende Untersuchungs- und Behandlungsabläufe. Hinzu kommen Ungewissheiten, wie
die Gesundungsmaßnahmen oder das Ziel der
Beendigung der
Schmerzphasen abgestimmt
fortgesetzt werden. Viele Zufälligkeitsentscheidungen spielen gegenwärtig bei den Behandlungsabfolgen eine Rolle. Egoistische Vergütungsansprüche der Leistungserbringer und
Blockierungen wegen anfallender Kassenausgaben sind heute an der Tagesordnung. Es ist mehr
als ärgerlich, dass der Systemfehler in unserem
Gesundheitswesen bis heute nicht behoben wird.
Dadurch entstanden und entstehen Kosten in
Milliardenhöhe für die Beitragszahler. Jede
zukünftige Erhöhung der Ausgaben, auch aus
diesen Gründen, trägt der Arbeitnehmer und
Rentner alleine. Zu dieser ärgerlichen Situation
gehören insbesondere auch die Doppel- und
Dreifachuntersuchungen bei den niedergelassenen
Ärzten und in den Krankenhäusern.
Da der Hausarzt in den meisten Fällen die
Anlaufstelle für die Patienten ist, sollten die
erforderlichen Abstimmungen mit den Fachärzten,
dem Krankenhaus, der Pflegeeinrichtung, dem
ambulanten Pflegebetrieb, einer Reha-Versorgung,
Physikalische
Therapieeinrichtungen
sowie
onkologische Behandler, je nach Notwendigkeit,
von ihm in Gang gesetzt und begleitet werden.
Die Schaffung eines kompetenten Stadt-,
Regional- oder Landesausschusses, zusammengesetzt aus verantwortlichen Gesundheitspolitikern, den Kassenärztlichen Vereinigungen, den
Krankenhäusern und Krankenkassen, ist von
eminenter Bedeutung, allerdings nur auf der Basis
eines Bundesgesetzes, damit die Grundsätze der
Behandlungsabfolgen und Zuständigkeiten in
diesem Ausschuss
beschlossen und ihre
Durchführungen angeordnet, aber auch überwacht
werden können. Facharztzulassungen an einigen
Brennpunkten der Städte und Landkreise sollten
ebenfalls zum Konzept der Entscheidungen dieses
Ausschusses gehören.
Der Gesundheitssenator der Freien Hansestadt Bremen hat in den vergangenen Wochen
einen sogenannten Landesausschuss angeschoben. Leider fehlt die
bundesgesetzliche
Rechtskraft, denn die Kassenärztlichen Vereinigungen, aber auch der Spitzenverband der
Krankenkassen, arbeiten massiv dagegen an.
Nachvollziehbar ist das nicht, denn wenn ein
niedergelassener Arzt sich diesem Verfahren mit
der Begründung der „Freiberuflichkeit“ nicht anschließen will, kann er dies gerne tun. Die
Konsequenz müsste dann aber sein, ihm die
Behandlungszulassung für gesetzlich Versicherte
abzuerkennen.
Es gibt wenig Grund zum Optimismus,
dass die Politik in Berlin den Mut hat, die
genannten Notwendigkeiten gegen die Auffassungen der starken Gesundheitslobbyisten in
unserem Land durchzusetzen. Mit der mir
unterstellten Forderung nach einer Staatsmedizin
hat das jedenfalls nichts zu tun.
Immer wieder Ärger mit Geld- und
Überweisungsautomaten
Gerd Feller
Es ist nicht nur die Sparkasse, wie oben
(Seniorenforum, S.3) beschrieben wird, wo es
Ärger mit Bankautomaten jeglicher Art gibt. Seit
Einführung der Sepa-Überweisungen schlage ich
mich fast regelmäßig mit dem Eigensinn der
Bankautomaten herum, zuletzt in einer Filiale der
Deutschen Bank.
(Fortsetzung auf Seite 5)
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
(Fortsetzung von Seite 4)
Damit ich bei Überweisungen nicht stets
die ellenlangen Zahlenfolgen eintragen und
mühsam vorgebeugt kontrollieren muss, schon gar
nicht mit vor Ungeduld stöhnenden Kunden im
Rücken, und damit das Risiko einer Fehlüberweisung vermieden wird, benutze ich von den
Empfängern schon vorher ausgestellte Überweisungsträger oder von mir angefertigte Vorlagen, in
die ich nur noch Geldbetrag und Kunden- oder
Rechnungsnummer einzutragen brauche. Wenn
ich Glück habe, klappt das. Aber ich benötige viel
Glück.
Letztens waren von den 4 Automaten drei
besetzt. Nur ein oft renitentes Gerät war frei,
obgleich noch einige Kunden warteten. Die
schienen auch ihre Erfahrungen mit diesem
Automaten gemacht zu haben. Zeitdruck verführte
mich, es trotzdem noch einmal mit ihm zu
versuchen. Vergeblich!
Da ich bereits in der Vergangenheit
mehrfach Angestellte der Bank auf diesen eigenwilligen Apparat hingewiesen hatte, ging ich also
verärgert in den schönen großen Kassenraum,
musste mich aber in die Kundenschlange hinten
anstellen, die sich vor einem der beiden Schalter
gebildet hatte. Der andere Schalter war unbesetzt.
Die Kunden waren bereits aufgebracht, weil keine
zweite Bankangestellte anwesend war. Eine ältere
Dame wurde bedient, die ebenfalls mit ihrer
Überweisung Schwierigkeiten hatte. Sie bat die
sowieso schon genervte Bankangestellte, sie
möge ihr beim Ausfüllen der ellenlangen Zahlen
helfen. Trotz anfänglich bekundeter Zurückhaltung
ließ sich die Fachfrau endlich darauf ein. Als ich an
der Reihe war, wollte sie mit mir in den Vorraum
kommen, was erst einmal nicht ging, weil sie eine
Ersatzkraft suchte; wahrscheinlich sollte sie den
sowieso schon personell unterbesetzten Kassenraum nicht völlig der Kundschaft überlassen. Da
bot ich ihr an, draußen weiterhin zu warten, bis ein
anderes Gerät frei sei. Ich habe sie zwar noch
gebeten, den Kundenärger an ihre Vorgesetzten
weiterzugeben. Aber beim heutigen Umgang mit
dem Personal glaube ich nicht, dass sie dem
Wunsch entspricht, und das nehme ich ihr dann
auch nicht übel. So dauerte das ganze Verfahren
für eine Überweisung 20 Minuten.
Ein tolles Stück habe ich dann dort am
Samstag, den 12. Juli, erlebt. Ich wartete bei den 2
Geldautomaten, aber die Kunden vor mir kamen
nicht zuende. Beide Automaten verweigerten die
Auszahlungen. Die Vorgänger gaben schließlich
auf, ich versuchte es, aber erhielt über den
Bildschirm ebenso die Nachricht, dass nichts läuft.
Dann kam ein anderer Kunde auf die Idee, es mal
mit einer Karte der Postbank zu versuchen, und
siehe da, ihm wurde Geld ausgezahlt. Die
Reaktionen der Kunden, die nur Deutsche-Bank-
5
Karten besaßen, waren eindeutig. Sie fühlten sich
auf den Arm genommen. Ich bin dann zu einem
Postamt gefahren in der Hoffnung, dass es dort
vielleicht auch andersherum geht. Und das ging,
aber erst nachdem ich mich in die Bedienung des
mir unbekannten Automaten eingelesen hatte. Der
Kunde hinter mir bekam durch mein Gespräch mit
dem Automaten mit, dass ich eine Karte der
Deutschen Bank besaß, grinste mich an und sagte:
„Ach, Sie sind auch bei der Deutschen Bank?!“ Ich
bin noch nicht ganz 80 Jahre alt, aber ich kann mir
bereits vorstellen, wie es ist, wenn die Generation
80plus solchem Kundendienst ausgeliefert ist.
Solche Erlebnisse haben viele Bankkunden. Aber was interessiert es die Banken, dass
ältere Menschen naturgemäß
altersbedingte
Schwierigkeiten haben, sich im automatisierten
Alltagsgeschehen ohne Hilfe zurechtzufinden. In
dieser Branche geht es um niedrige Zinsen für das
von den Kunden ausgeliehene Kapital, hohe Zinsen für Kundenkredite, hohe Kontogebühren, fragwürdige Anlagenberatung und Kosteneinsparungen beim Personal, damit sich die Unternehmen
und deren Manager goldene Nasen verdienen
können.
Es ist auch nicht zu erwarten, dass die
Verbraucher/Kunden etwas ändern könnten durch
Einflussnahme auf Nachfrage und Angebot. Denn
wenn es um Geldgeschäfte geht, lässt sich
Einigkeit nicht herstellen, sondern es gelten nur die
individuellen Bedürfnisse. Die Bank zu wechseln,
das macht auch wenig Sinn; denn die Denkweisen
der Bänker und ihr Umgang mit Kunden ist nach
meinen Erfahrungen überall gleich.
Die Bremer Seniorenvertretung hat schon
öfters mit den Banken in Bremen verhandelt, doch
geändert hat sich nichts. Während im Einzelhandel deutliche Beweise dafür zu sehen sind,
dass man sich auf den demografischen Wandel
zunehmend einstellt, ist bei den Banken die
Rücksichtnahme auf eingeschränkte Lebens- und
Handlungsmöglichkeiten im Alter noch
nicht
angekommen. Die Banklobby ist einfach zu
mächtig, und die Politiker spielen weiter mit.
Aus der Senioren-Vertretung der
Stadtgemeinde Bremen
Kleiner Schutz gegen den Enkeltrick
Nicht nur die Bremer Polizei, sondern
ebenso die Senioren-Vertretung Bremen setzt sich
mit Straftaten gegenüber älteren Menschen
auseinander und sinnt auf Abhilfe.
Nachdem nun in der Presse zu lesen war,
dass es den Sicherheitsbehörden nach langjährigen Ermittlungen gelungen ist, einen Verbrecher(Fortsetzung auf Seite 6)
6
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
(Fortsetzung von Seite 5)
ring in Polen auffliegen zu lassen, haben erste
Befragungen ergeben, dass diese Bande mit dem
sogenannten „Enkel-Trick“ Millionen-Euros ergaunert hat. Eigentlich sehr simpel: Aus den Telefonbüchern
wurden Personen mit Vornamen,
ausgewählt, die im Moment nicht aktuell sind und
auf ältere Menschen schließen lassen, wie z.B.
Magda, Else, August oder Wilhelm. Das perfide
Vorgaukeln von einem in Not geratenen Verwandten folgte, und die hilfsbereiten Angerufenen
zahlten.
Wir bitten alle unsere Leser zu überlegen,
ob nicht der Anfangsbuchstabe des Vornamens im
Telefonbuch ausreichend ist. Die echten Familienangehörigen und Freunde kennen doch Vornamen und Rufnummer. Ein kleiner Schritt, sich
vor betrügerischen Anrufen zu schützen!.
Änderungen können vorgenommen werden:
- im Kundencenter der Telekom
unter der kostenfreien Service-Hotline
0800 45 40207 (Montag – Freitag von 8 –
20 Uhr)
- Email: [email protected]
Elke Scharff
Demografischer Wandel
An dieser Stelle knüpft der „Durchblick“ an
die
bisher
zum
demografischen
Wandel
veröffentlichten Zahlen an (vgl. Nr. 172 und Nr.
173). Der Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung und der Zahl älterer Menschen sind mit
der gesellschaftlichen Herausforderung verbunden,
Wege zu finden, die eine möglichst lange Eigenständigkeit und Unabhängigkeit im Alter ermöglichen. Dazu gehört in erster Linie die Gesundheit,
und außerdem ist es wichtig, dass Stadt und Land
Voraussetzungen dafür schaffen, damit die älteren
Menschen fit, aktiv und gesund bleiben können.
Heute soll von der Gesundheit die Rede sein.
Kompetenz und Pflegebedürftigkeit bei der
Gesamtbevölkerung über 80 Jahre
(Alle Angaben in Prozent)
Alter
Nicht
pflegebedürftig
Zuhause
gepflegt
In Heimen
80 - 85
81,4
12,6
6
85 - 90
65,7
20,6
13,7
41
29,7
29,2
> 90
(Quelle: Prof.Dr. Usula Lehr, 2013)
Anteil der demenziell Erkrankten
Alter in
Jahren
65 69
70 74
75 79
80 –
84
85
-89
> 90
In %
2,8
6
13,3
23,9
34,6
1,2
(Quelle: Prof. Dr. Ursula Lehr, 2013)
Die Gesamtzahl der demenziell erkrankten Menschen liegt bei 800.000 – 1,2 Mio. (geschätzt).
Etwa 50% der Demenzen werden dem Typ
Alzheimer zugeordnet.
Auf der Bremer Fachtagung zum Thema
„Im Alter in Form – gesunde Lebensstile fördern“,
referierte Frau Prof. Ursula Lehr von der BAGSO,
dass die meisten Krankheiten im Alter keine
„Alterskrankheiten“, sondern „alternde Krankheiten“ seien, die ihren Ursprung in früheren
Lebensjahren hätten. Gesundbleiben und Altern
seien lebenslange Prozesse. Gesundheit baue
sich nicht im Laufe des Älterwerdens ab, aber
herrsche nur dort, wo sie jeden Augenblick neu
erzeugt werde. Auch ein kranker Mensch hat viele
Elemente von Gesundheit, die es zu fördern gilt.
Daraus wird deutlich, wie wichtig eine
lebenslange, also auch das Alter begleitende
Gesundheitsvorsorge ist. Gesunde Ernährung,
Sport sowie geistige und auch soziale Aktivität sind
Präventivmaßnahmen für ein gesundes und
kompetentes Älterwerden.
Was die gesunde Ernährung angeht, sollte
man sich häufiger fragen, warum man das isst,
was man isst, um eine übermäßige und stofflich
fragwürdige
Ernährung
ebenso
wie
eine
Mangelernährung zu vermeiden. Es lohnt sich
auch, ein wenig mehr Zeit aufzuwenden für
kontrolliertes Einkaufen.
Für die Sicherung einer unabhängigen
Versorgung des täglichen Bedarfs und der
Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen
Leben spielt die Mobilität im Alter eine große
Rolle. Da gilt der Spruch „Wer rastet, der rostet!“
Wenn Funktionen nicht gebraucht werden,
verkümmern sie. Sind die körperlichen Aktivitäten
eingeschränkt, entwickelt sich ein Teufelskreis:
Bewegungsarmut
erzeugt
Bewegungsunlust,
Bewegungsunlust verstärkt Bewegungsarmut. Das
kann schließlich zu einem Aktivitätsmangel führen.
Bewegungsreichtum erzeugt Bewegungslust und
aus
Bewegungslust
resultiert
Bewegungsreichtum. Deshalb sollte zumindest
das
medizinisch empfohlene Maß an täglicher
Bewegung
eingehalten werden. Regelmäßiger
Seniorensport ist wohl noch hilfreicher.
Oft zeigen sich im Alter Desinteresse und
Langeweile. Daraus resultieren Unzufriedenheit,
Depressionen und Rückzug aus dem sozialen
Umfeld. Dafür sind nicht immer schwere Schicksalsschläge verantwortlich, sondern es kann sich
auch um Symptome einer Unterforderung handeln,
(Fortsetzung auf Seite 7)
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
(Fortsetzung von Seite 6)
die sowohl Berufstätige als auch Ruheständler
treffen kann. Der Mensch, der sich nicht mehr
gebraucht fühlt, läuft Gefahr, sich aufzugeben.
Unproduktivität schadet der Gesundheit, Produktivität stärkt sie. Deshalb ist auch soziale Aktivität
für ein gesundes Altern bedeutsam. Das Gefühl,
gebraucht zu werden, ist eine starke Stütze für die
Lebensqualität im Alter. Da können z.B. ein
Ehrenamt
im
Bereich
des
bürgerlichen
Engagements oder ein Großeltern-Hilfsdienst
wertvolle Beiträge zur Erhaltung der Gesundheit
sein. Heute, wo die Seniorinnen/Senioren in
Regel gesünder und kompetenter als früher sind,
gilt mehr denn je die Frage: Was können die
älteren Menschen für die Gesellschaft tun?
Die Verantwortung für Gesundheitsvorsorge liegt zuerst einmal bei jedem Einzelnen,
denn die Chance auf Langlebigkeit verpflichtet!
Man sollte sie nutzen und die Parole „Gesund und
aktiv bleiben!“ beherzigen. Unzweifelhaft ist dabei
allerdings auch die Frage wichtig: „Was kann und
sollte die Gesellschaft für die älteren Menschen
tun?“ Darüber erscheint im nächsten „Durchblick“
der letzte Beitrag zum Inhalt der o.a. Bremer
Tagung.
GF
(Quelle:
Prof.Dr. Ursula Lehr, Referat , Bremen 2014)
Petition zum Standort des ZOB am
Hauptbahnhof
Die Bremer Bürgerin Birgit Busch hat bei
der Bremischen Bürgerschaft eine Petition zum
Thema ZOB eingereicht. Darin fordert und
begründet sie den Standort des ZOB in
unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs. Von
Seiten des Verkehrssenators Dr. Lohse werden
augenblicklich 3 Alternativen geprüft.
 Alternative 1 : nahe des Hauptbahnhofs
am früheren Güterbahnhof
 Alternative 2 : auf dem Hugo-Schauinsland-Platz vor dem Cinemaxx
Bremen
 Alternative 3: Umzug zum Flughafen an
der Hannah-Kunath-Str./Ecke
HeinrichFocke-Str.
Den Vorschlag, den ZOB zum Flughafen zu
verlegen, hält Frau Busch für völlig unangebracht.
Ihre Argumente für einen Standort in Nähe des
Hauptbahnhofs können unter:
www.petition.bremische-buergerschaft.de
(Petition S18/300) eingesehen werden. Unter
derselben Adresse finden Sie auch die Möglichkeit,
der Petition zuzustimmen.
Die
Argumente
von
Frau
Busch
entsprechen weitgehend der Position der Bremer
Seniorenvertretung, die sich schon seit etlichen
Jahren für einen Standort des ZOBs in Nähe des
7
Hauptbahnhofs einsetzt und auch einen dem
wachsenden Busverkehr angemessenen Ausbau
fordert (siehe www.seniorenlotse.bremen.de/
senioren-vertretung/Durchblick , und zwar die Nr.
172. S.5, die Nr. 164, S.7/8 und die Nr. 154, S.4).
Deshalb, verehrte Delegierte und Freunde
der Bremer Seniorenvertretung, unterstützen Sie
bitte diese Petition durch Ihre Unterschrift. Die
Mitzeichnungsfrist endet am
22. August
2014.
Aus dem Seniorenbeirat
der Seestadt Bremerhaven
Sitzung der Landesseniorenvertretung
Bremen
Am 16.07.2014 tagte die Landesseniorenvertretung Bremen. Anwesend waren die in sie
gewählten Vorstandsmitglieder der Seniorenvertretungen von Bremen und Bremerhaven. Sehr
ausführlich wurde über einen Entwurf zu Veränderungen des Ortsgesetzes der Stadt Bremerhaven für die städtischen Seniorentreffpunkte
diskutiert.
Seit 50 Jahren gibt es in der Seestadt
Begegnungsstätten, deren Bewirtschaftung in der
Hand der Ältestenräte lag. Dieses System funktionierte so erfolgreich, dass jährlich Überschüsse
erarbeitet wurden, die zu einem großen Teil an die
Stadt abgeführt werden konnten. Die Arbeit der
Senioren/Seniorinnen wurde ehrenamtlich geleistet. Unterstützt wurden sie von sogenannten
Bürgerarbeitern. Zu den angebotenen Veranstaltungen gehörten Spiele, Lesungen, Ausflüge,
Musik-,
Gesundheitsund
Informationsveranstaltungen
Jetzt hat der Magistrat beschlossen, den
Ältestenräten die Verantwortung zu entziehen und
die Organisation der 6 Seniorentreffpunkte den
Juristen und Verwaltungsangestellten zu überlassen. Dadurch wird die gemeinsame Gestaltung
der Treffen in diesen Einrichtungen mit Sicherheit
schwieriger. Es muss z.B. jede Getränkebeschaffung erst einmal beantragt werden. Es bleibt
auch abzuwarten, in welchem Umfang und wie gut
die Kooperation von hauptamtlichen und
ehrenamtlichen Mitarbeitern verläuft; denn mit den
geplanten Änderungen der Organisation der
Bremerhavener Seniorentreffpunkte bricht etwas
auseinander, das jahrelang gut lief und gerne von
den alten Menschen angenommen wurde.
Für den Bremerhavener Kämmerer wird
das Unternehmen teurer als vorher. Ehrenamtlich
arbeiten jetzt nur noch die Treffpunktkoordina(Fortsetzung auf Seite 8)
8
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
(Fortsetzung von Seite 7)
toren/-koordinatorinnen, die für 2 Jahre durch den
Magistrat bestellt werden und wahrscheinlich nur
sehr begrenzt Einfluss auf die Altenarbeit in den
Treffpunkten nehmen können. Der Seniorenbeirat
Bremerhaven befürchtet, dass sowohl die Zahl der
Ehrenamtlichen als auch die der Besucher
erheblich schwindet.
Es
wurde
in
den
Gesprächen deutlich, dass trotz vielfacher
Versuche nichts mehr an den
geplanten
Organisationsstrukturen verändert werden kann.
Es ist immer wieder bedauerlich, wenn gut
Funktionierendes bürokratisch zerbrochen wird.
GF
Ein Kämpfer für mehr Hospizplätze
auch in Bremerhaven
Nicht zum ersten Mal hat Mark Castens
aus Ovelgönne an der Unterweser eine Petition für
die
Einrichtung
von
mehr
Hospizplätzen
eingebracht.
Die
Erlebnisse
mit
seiner
schwerstkranken Mutter haben ihn dazu bewogen,
sich diesem Thema intensiver zuzuwenden, und
inzwischen hat er sich
in Fragen der
Hospizversorgung zu einem
Fachmann
entwickelt,
der
insbesondere im norddeutschen
Raum in Diskussionen über die
palliativ-medizinische
Versorgung einbezogen
wird. Die
Hartnäckigkeit
von
Mark
Castens bei der Verfolgung seiner Ziele ist bewundernswert
und verdient Anerkennung.
MarkCastens
Die erste Petition ging im Jahr 2011 an den
Bundestag in Berlin. Der Text lautete: „Der
Deutsche Bundestag möge beschließen, daß die
finanziellen Rahmenbedingungen zu stationären
Hospizeinrichtungen gemäß §39a Satz 4 SGB V
neu strukturiert werden und die derzeitige
Verantwortung von gesellschaftlichen Problemen
den wirtschaftlichen Trägern genommen wird.“
Ergebnis war, dass die Bundesregierung
nicht plant, in der Frage der Bereitstellung von
Hospizplätzen zu einer bundesweiten Regelung
überzugehen. Sie hat sich für eine lokale Regelung
entschieden, die von den Bundesländern gesteuert
wird. Die Rahmenbedingungen dafür sind bereits
2009 mit der Novellierung des Arzneimittelgesetzes gesetzt worden.
Die zweite Petition reichte Castens bei der
Bremischen Bürgerschaft ein. Darin geht es um die
Versorgung mit Hospizen im Land Bremen, speziell
um
die
Einrichtung
eines
Hospizes
in
Bremerhaven. Verhandelt wurde diese Petition im
Mai 2014. An der Beratung nahm Castens als
Petent teil und stellte fest, dass sich die
Palliativversorgung in der Stadtgemeinde Bremen
in den letzten Jahren weiterentwickelt habe, aber
die betroffenen Menschen aus Bremerhaven
müssten für eine Hospizversorgung bis in die
Lüneburger Heide fahren. Ein wesentlicher Grund
dafür sei, dass die Krankenkassen den Bedarf
anzweifeln. Aber der Gesetzgeber gehe nicht vom
Bedarf aus, sondern habe einen Rechtsanspruch
der Versicherten auf stationäre Hospizversorgung
gesichert.
Die von den Krankenkassen
festgelegten Bedarfe seien zu überprüfen. Durch
die augenblickliche Finanzierung nach belegten
Betten werde großer Wert auf
die Auslastung
eines Hospizes gelegt. Das entspreche aber nicht
dem Hospizgedanken. Castens richtete die Bitte
an die Fraktionen der Bürgerschaft, die Thematik
aufzugreifen. Nach ausführlicher Diskussion
besteht wohl kein Zweifel, dass darauf hingewirkt
werden muss, in Bremerhaven ein Hospiz zu
schaffen. Dazu müssen allerdings noch etliche
Fragen geklärt und gesetzliche Änderungen vor
dem Hintergrund der neuen politischen Einsichten
und des Anliegens von Herrn Castens
vorgenommen werden. Die Hoffnung, dass
Bremerhaven bald ein eigenes Hospiz erhält, ist
noch nicht erloschen.
GF
Der Preis des Erfolges ist
Hingabe, harte Arbeit und
unablässiger Einsatz für
das, was man erreichen
will.
Frank Lloyd Wright (1867 - 1959)
Impressum
Landesseniorenvertretung
Tivoli-Hochhaus, 4.Etage, Z.14
Bahnhofsplatz 29
28195 Bremen,
Tel.: (0421) 3 61 67 69
E-Mail: [email protected]
www.seniorenlotse.bremen.de/senioren-vertretung
Der DURCHBLICK ist das Mitteilungsblatt der
Seniorenvertretungen im Lande Bremen
Redaktion:
Gerd Feller (V.i.S.d.P)
Tel.: 274990
E-Mail: [email protected]
Der DURCHBLICK
erscheint monatlich auch im Internet unter
www.seniorenlotse.bremen.de/seniorenvertretung/Durchblick
Redaktionsschluss: Jeweils der 15. des Monats, der
dem nächsten Erscheinungstermin vorausgeht.
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
Şehirlerarası otobüs terminali Bremen'de yer araştırması
Bremen Çevre,İnşaat ve Taşımacılık Senatörü ile
Bremen Yaşlılar Temsilciliği
son yıllarda birkaç
kez temasta bulundu ve son 04.09.13 tarihli
mektup ile AtlantikTicaretŞirketi'nin eski binası ve
mal istasyonu arasında bir yeri seçenek olarak
belirtti.
Şehirlerarası otobüs terminali için bu konum , SV çalışma grubu " Bina , Konut ve Ulaşım "dan bir
grup tarafından 03.07.13 de görüldü ve uygun
olduğu tespit edildi ( „Durchblick“ Nr.164, Eylül.
2013, S.7/8). Çalışma Grubunun tüm delegeleri
oybirliğiyle 27.08.13 de bu planlama önerisini
onayladı.10.02.14 de, Senatör ile ilk çalışma grup
toplantısı gerçekleştirildi. Yaşlılar Temsilciliği'de
davet edildi ve görüşleri alındı.
Bremen şehir içindeki mevcut otagar , Breitenweg
(şehirlerarası tarifeli ulaşım ) ve HugoSchauinsland (gerekli zamanlarda ulaşım) ve eski
mal istasyonunda iki alan ve Bremen Havalimanı
olarak bölünmüş ,İnşaat Senatörü tarafından
,şehirlerarası otagar için uygunluğu varsayılan
alanlar incelendi. 18.02.14 de bu çalışma grubu
Yaşlılar Temsilciliği 'nin de katılımı ile Hamburg
otobüs terminalini gezdi. Izlenimler olumlu.
Haziran 2014 başlarında 2. çalışma grubu
toplantısı
yapılacaktır.
Bilirkişi
kriterleri
değerlendirilip konum tavsiyelerinden hareketle yer
konusunda karar verilecektir.Biz bilgilendirmeye
devam edeceğiz.
H.- O. Mohrmann
Kurucu kulübü "Vahrer Löwen"
Iyi komşuluk bir arada yaşama Derneği
17 Mart da, Aile Derneği Quartierzentrum AugustBebel - Allee 284 de, planlama ekibi (Inka Kusen ,
Andrea Michaelis , Beate Pellegrino , Christine
Dose , Jugen Weemeyer,Dr.Stefan Oer) ''Vahrer
Löwen ''derneği kuruluş toplantısı için davet
etti.Geniş katılımlı toplantıda ,kurucu ekip,dernek
kavramını tanıttı. Ağırlık noktası,bu zamana kadar
yaşlı insanlar için sosyal yardım çalışmalarının
ilçede eksik olduğu . Bu hizmetler ilçede mevcut
diğer hizmetlere ek olarak yapılmaktadır. Sosyal
hizmet çalışmaları ile ,yaşlıların izolasyondan
korunması için kendi ev ortamlarında ziyaret
edilmesi hedefleniyor.
GEWOBA nın da bu konuda desteği övülmeye
değer. Sayın Krancke (Dienststelle der Senatoren
für Soziales) tanıtım konuşmasında ,sunulan bu
çalışmanın önemini anlattı ancak bütçede bunun
için hiç bir fon mevcut olmadığını belirtti.Yaşlılar ile
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sosyal çalışma için fonlar bu nedenle üyelik
aidatlarından ve sponsorlardan karşılanması
gerekiyor.
Daha sonra ," Vahrer Löwen "'ın komşuluk işbirliği
için bir kulüp olarak kurulması kararlaştırıldı. Bu
şekilde ilçede yaşlılar için komşuluk ilişkileri ve
aktivite tanıtımı için önemli bir ortaklık oluştu.
Ilgilenen vatandaşların cesaret vermeleri ile iyi bir
başarı bekleniliyor. Bremen Yaşlılar Temsilciliği bu
gelişmeyi memnuniyetle karşılıyor ve Bremen'in
diğer ilçelerinde de yaşlılar için sosyal yardım
çalışmalarının genişletilmesini umut ediyor.
Ernst Benthien
CASA REHABİLİTASYON "Weserhof"
Yeni bir huzurevi
Mart 2014
den bu yana
Hermann-RitterStraße,
Woltmershausen
kalbinde
yeni,
çok güzel bir
huzur evi açıldı.
Politika ve kilise
temsilcileri
açılışda bulundu. Huzur evinde 117 tek , 10 çift
kişilik oda mevcut ve odalar güzel , büyük
pencereli ve bu yüzden çok aydınlık. Aynı
zamanda odaların ayrı tuvaleti ve banyosu var. Şu
an henüz huzur evi dolu değil, fakat her hafta yeni
sakinler gelmekte. Yan tarafında pek çok oturma
yeri bulunan çok güzel bir bahçesi var. Ayrıca çok
yakınında çocuk oyun alanı yer almakta ve bu
genç ve yaşlı karşılaşmaları için çok ideal.
Anna Möller
Göçmen kökenli bakıcı akrabalar
Bremen Entegrasyon Konseyi,
Kültürel
DuyarlıklıYaşlı Yardım Formu, Kültürlerarası Sağlık
Ağı ( IGN ) ,Göç ve Kültürlerarası Araştırmalar
Merkezi ( ZIS ) 20.03.2014 tarihinde düzenlenen
bir toplantı ile aile içi bakıma muhtaç göçmen
insanların bakımında aile fertlerinin nasıl
desteklenmesi gerektiği konusunu ele aldı.
Almanya'da 2011 yılının istatistiklerine göre ,
bakıma muhtaç 2,3 milyon insan bulunmakta ve
bunun 1,6 milyonu evde bakılmakta. 6 milyon
göçmenden 600.000 göçmen 60 yaş üzerinde.
Onların bakıma ihtiyacı olduğu zaman ne olacak?
Sonuç: Bu soru, 10 yıl dan beri tartışıldı. Yaşlı
yardım
imkanları
mevcut,
ancak
bunlar
göçmenlerin
sadece
% 3
ü
tarafından
kullanılmaktadır. Bu birçok engel ve nedenlere
bağlı, örneğin dil sorunları, bilgi eksikliği, zor
(Devami sayfa 10)
10
DURCHBLICK Nr. 175 – August 2014
(9 Sayfa devami)
yaşam koşulları ve de yaşlanma algılamalarındaki
yaşam koşulları ve de yaşlanma algılamalarındaki
kültürel farklılıklar. Bunları azaltmak için, göçmen
kökenli aile fertlerine tavsiye ve danışmanlık ,
bunun için kendi kendine yardım ve bakım
ağlarının yoğun işbirliği gerekir. Arzu edilen,
göçmen kökenli yakınların bu konuda daha çok
bilgilendirilmesi
,bakıma
muhtaç
insanlara
davranışlarda kültürel ve dini konularda duyarlılık
ve hassasiyetin geliştirilmesi , çok dilli ve farklı
kültürel eğitimli bakım personeli olduğu gibi
göçmenlerin
yaşlanma
sorunlarında
toplumumuzun hassasiyeti ve bilinçlendirilmesi
gerek.
Zeynep Sümer
ZİS ' in bir kısmı taşındı.
Göç ve kültürlerarası araştırma merkeziZentrum für Migration und İnterkulturelle Studien
e.V (ZIS)- kısa zamandan beri,28.05.2014 de
küçük bir kutlama ile açılan ilave bir mekana sahip.
Walle 'deki yer gerçekten dar gelmekteydi fakat
şimdi Überseestadt'da müsait koşullarda ilave bir
mekan kiralama fırsatı ortaya çıktı. Schuppen XI 'in
çaprazlama karşısında , Cuxhavener straße 7 de
bulunan binada idare , uyum kurslarının koordinesi
ve Alman
Türk İşbirliği Enstitüsü( TDI )
bulunmakta. Köprü ve Danışmanlık büroları
Gröpelingen' de yine ayni bulundukları yerde.
Davetliler arasında , Kasım 2010 da , yapı
girişimciliği ve bilim ve sanatkarları koruyuculuğu
ile şehir için hizmette bulunan ve kendisine Şehir
Fahri Hemşeriliği unvanı verilen Prof. Dr. Klaus
Hübotter 'de bulunmaktaydı.O,kendisini sadece
şehir tarihi için mana ifade eden yapıların yapı
özelliğini muhafaza etme çalışmaları ile değil aynı
şekilde kültür ve barış çalışmaları ile de kişiliğini
göstermiştir. O'nun angajmanı, ZİS için ve uyum
problemlerindeki destek ve cömert yardımları 80 li
yıllardan beridir. ZİS , müsait koşullarda ilave bir
mekan elde etme şansını ona borçlu olduğunu
belirtmiştir.
diyalog ve tecrübe alışverişi için organize edilip
tatbik edilmek zorunda. Seminer ve konuşma
guruplarına katılanlar gelecekte daha geniş
hareket serbestliği için sevinebilirler.
Bremen Yaşlılar Temsilciliği ZİS'in
mekan olarak büyümesini kutlar, çalışanlarına
başarının devamını ve yeni ortamda kendilerini
rahat hissetmelerini diler.
ZİS'in bulunduğu yer üzerine bilgiler:
- Köprü-Kontaktstelle für ältere Migrantinnen
und Migranten
Gröpelinger Heerstraße 228, 28237 Bremen
Eingang im innenfof des Stiftungsdorfes
E-Mail [email protected]
- Beratungsbüro
Gröpelinger Heerstraße 228,28237 Bremen
Eingang im Innenhof des Stiftungsdorfes,
Erdgeschoss,
montags 9-12 Uhr, dienstags 14-15.30 Uhr,und
nach Vereinbarung
Telefon:+49(0)421 83 94 79 36
- Geschäftsleitung
Gudrun Münchmeyer-Elis
Elbinger Straße 6,28237 Bremen
Telefon:+ 49(0) 421 83947936
E-Mail: [email protected]
- Koordinasyon Elternlotsen
Uta Fennekohl-Pacaci
Elbinger Straße 6,28237 Bremen
Telefon:+49(0)421 380 30 71, Fax:+49(0)42161 67
693, E-Mail: [email protected]
- Vervaltung, Integrationskurskoordination
und TDI
Cuxhavener Straße 7, 28195 Bremen
Telefon:(421)6165726, Fax:(0421)6167693
E-Mail: [email protected]
Öffnungszeiten zur Anmeldung bei
Integrationskursen:
Mo, Do, 9:00 bis 12:00 Uhr, Di, 13:00 bis 15:00 Uhr
Tercüme: Dipl.jur. Feride Abdeljalil
Editör: Zeynep Sümer
(Mit Unterstützung der Senatskanzlei, Referat Integration)
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"Durchblick" Nr. 175 - Zentrum für Migranten und Interkulturelle